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Der Jude · 1925-01-01 · 3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum · p. 25

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Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum
Article
Die Judenfrage
Date
1925-01-01
Page
25 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Die Judenfrage Wenn er trotzdem bei verschiedenen Völkern und zu verschiedenen Zeiten besteht, ist er eben lediglich Ausdruck individueller besonderer Sensitivität und Ablehnung der Herrschaftsneigung der Juden. Er ist eben doch nur Geschmackssache, wie jede individuelle Stellungnahme zu jedem Herrschafts- und Machtanspruch. Ich persönlich bin der Überzeugung, daß ein Volk und die Gesamtwelt nur um so besser gedeiht und um so reicher und vielseitiger ist, je mehr individuelle Machtansprüche in dem Volk, in der Gesamtwelt miteinander ringen, sofern sie nur nicht die Völker gegeneinander treiben, sondern in der Sphäre individuellen Machtstrebens bleiben. Das gilt unbedingt von dem jüdischen, sich in die nationalen Ziele der Völker einreihenden, nicht aber sie zu eigenem Machtgewinn gegeneinander treibenden jüdischen Machtstreben. Wenn man so ritterlich sagt, daß es Schicksal des Deutschen sei, Kulturdünger für andere Nationen zu sein, so scheint mir das in viel höherem, rühmlicherem Maße von den Juden zu gelten. Natürlich kann man einen anderen Geschmack haben, kann dem Reichtum an Individualitäten und individuellen Machtbestrebungen ein möglichst unterschiedsloses, einförmiges Einerlei gleichgerichteter und freiwillig koordinierter Bestrebungen vorziehen, kurz, das Gruppenleben einzelliger Lebewesen höher schätzen als das stark individualisierte, an Individualitäten reiche Leben vielzelliger Lebewesen. Ich persönlich teile den Geschmack, der die einzelligen Wesen als niederer, die vielzelligen hochdifferenzierten Wesen als höherer Ordnung empfindet, und kann deshalb das Wirken der stark differenzierten, individuellen und stark differenzierend und individualisierend wirkenden Juden nur als einen Gewinn für die einzelnen Völker wie für die Völker- und Kulturgesamtheit ansehen. — In der Politik freilich, in der nicht der Geschmack, sondern die nüchterne Zweckmäßigkeit zu entscheiden hat, halte ich den Antisemitismus kurzerhand für eine Dummheit — und keinesfalls eines Parteiprogramms für würdig. MAX HERZOG ZU SACHSEN Zionxsmu& un& Hü tfftdjt auf iuutfdjes oöer anderes jfrattonai*g>fui)ij Nur schüchtern und mit Zagen folge ich der Aufforderung, in dieser Zeitschrift meine Meinung kundzugeben. Wer über für die Juden sehr bedeutungsvolle Fragen in ein angesehenes jüdisches Blatt schreibt, muß entweder selber Jude sein oder doch zum mindesten eine ausgezeichnete Sachkenntnis auf jüdischem Gebiete besitzen. Und weder das Eine, noch das Andere ist bei 25

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