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Der Jude · 1925-01-01 · 2 (1926) Sonderheft Erziehung · p. 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
2 (1926) Sonderheft Erziehung
Article
Das hebräische Schulwerk in Palästina
Date
1925-01-01
Page
68 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Fritz Loewenstein Renaissance*' usw.) oft weit stärker auf jugendliche Menschen wirken als die wertvollste Belletristik, Aber auch in dieser Beziehung muß es von Jahr zu Jahr besser werden. Das Bild dieser Jugend, das hier entrollt wurde, wäre unvollständig, wenn nicht noch auf zwei Momente hingewiesen würde. Das eine ist die Leidenschaft für den Sport, ganz besonders für das Fußballspiel. Das andere, das sich in steigendem Maße geltend macht und das geschilderte Bild, wie es scheint, erfreulich umzugestalten vermag, sind die Anfänge einer Jugendbewegung. Sie kann in Palästina nicht so leicht entstehen, wie in Europa; denn es fehlt alles, was einen Gegensatz zwischen Eltern und Kindern hervorrufen könnte. Beide sind von denselben zionistischen Idealen erfüllt, und wenn Unterschiede vorhanden sind, so sind es so feine Nüancen, daß sie nichtausreichen, um jene Kampfstellung des Kindes gegen das Elternhaus zu erzeugen, die in Europa die Grundlage der Jugendbewegung gewesen ist. Aber auch das Verhältnis zu den Lehrern ist ein völlig anderes. Der Typ jenes verknöcherten Mitglieds des „Lehrkörpers", das jahraus, jahrein seinem „Schülermaterial" denselben Stoff einpaukt, ist in Palästina erfreulicherweise unbekannt. Der Lehrer ist im allgemeinen jung, erfüllt von stärkstem nationalen Idealismus, von Liebe zu seinem Beruf, von Liebe zur Sprache und zum Land und findet fast immer ein Verhältnis des Vertrauens zu seiner Klasse. Das jüdische Kind, von Natur lebhaft und temperamentvoll, ist in der Schule Palästinas fast immer wohl diszipliniert und die Lieblingsbeschäftigung des europäischen Kindes, den Lehrer zu „ärgern", ist fast unbekannt. Und trotzdem sieht man Anfänge einer Jugendbewegung. Sie stammt aus anderen Quellen. Es ist der Einfluß der Kwuzah, der Einfluß der Arbeiterschaft, der Interesse für soziale Probleme und vielfach das Bekenntnis zum Sozialismus hervorruft, der Absolventen der höheren Schulen in die Kwuzah oder zur handwerklichen Arbeit treibt und der sicherlich auch der wertvollste Faktor in der Jugendbewegung der „Zofim", der Pfadfinder, geworden ist. Noch sind es Anfänge, aber verheißungsvolle. — Das Gesagte gilt in erster Linie für die bürgerlichen, städtischen Kreise, aber auch für die alten Kolonien. Ganz anders ist es bei denjenigen Kindern, die in den Kwuzoth und Moschawim, in den Kindergärten und Schulen der Arbeiterschaft aufwachsen, in einem schöpferischen Milieu, und die vom ersten Tage an zur verantwortlichen Mitarbeit herangezogen werden. Freilich sind z. B. im Emek größere Kinder noch kaum vorhanden, und es ist deshalb unmöglich, schon fertige Urteile abzugeben. 68

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