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Der Jude · 1925-01-01 · 2 (1926) Sonderheft Erziehung · p. 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
2 (1926) Sonderheft Erziehung
Article
Das Kinderdorf im Emek Jesreel
Date
1925-01-01
Page
50 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Moses Calvary der Selbstverwaltung einen vollen Sieg errungen und sich die Herzen aller im Kinderdorf Arbeitenden gewonnen hat. Es gibt jetzt keine zweifelkafte Einstellung mehr zu den Grundlagen der Autonomie im Leben der jugendlichen Gemeinschaft. Interessant ist eine Einzelheit in bezug auf das Verhältnis der Exekutive zu den Wahlen. Nach der Verfassung wird die Exekutive für drei Monate gewählt. Die Absicht dieser Bestimmung war, daß die Kinder sich nicht wiederum an eine bestimmte Herrschaft gewöhnen sollten. Nun hat der Versuch des ersten Jahres bewiesen, daß sich die Kinder gar nicht zum zweitenmal wählen lassen wollen. Die Mitglieder der ersten Exekutive wollten sich unter keinen Umständen wieder zur Wahl stellen. So war es auch bei der zweiten und dritten. Der Grund hierfür: es handelt sich hier um eine öffentliche Arbeit, um eine Pflichtarbeit. Nachdem die einen drei Monate gearbeitet haben, sollen andere an ihre Stelle treten. Sie haben also den wirklichen Sinn der Leitung öffentlicher Angelegenheiten verstanden: nicht Herrschaft, sondern Arbeit — das bedeutet ein öffentliches Amt. Sie empfanden sich wirklich als Diener der Gesamtheit und als ihre Arbeiter. Ich möchte hinzufügen, daß ich ursprünglich anders zu der Frage stand: ich glaubte, daß Kleine und Große gern gewählt werden möchten, und sich dazu drängen würden. Auch in dieser Frage wie in allen anderen Fragen stelle ich keine Gesetze auf und ziehe keine allgemeinen Schlüsse, sondern erzähle nur die Dinge, wie sie sind. Und ich meine, daß meine Kollegen soweit wie möglich ähnliche Vorkommnisse beobachten und veröffentlichen sollten. Es ist ein wichtiger Versuch, und es lohnt sich, ihn zu untersuchen. MOSES CALVARY 0useni>ttot in p al&ftina* Palästina ist gesättigt mit Problemen. Alles ist im Werden, im Übergang, nirgends Festigkeit, nirgends Ruhe der Tradition; das erschwert selbst dem Betrachtenden, sich ein Bild von den Dingen zu machen, wie sie eigentlich sein mögen. Hier und dort stoßen wir auf Tatsachen, die uns blitzweise einen Teil des dunklen Weges zu erhellen scheinen, einen Augenblick weiter, und wir finden uns schon nicht mehr zurecht. Daher die Widersprüche in der Beurteilung dessen, was da ist, daher die Unmöglichkeit, ich unterstreiche das Wort, ein auch nur einigermaßen endgültiges Urteil auszusprechen. Ein Chaos, ein Volk im Werden, ein Land im Werden ist nicht reif für eine Betrachtung, wie sie 5o

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