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Der Jude · 1925-01-01 · 2 (1926) Sonderheft Erziehung · p. 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
2 (1926) Sonderheft Erziehung
Article
Von der Straßenhorde
Date
1925-01-01
Page
36 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Sch. S. Pugatschow des Näheren einzugehen. Hier sei nur kurz bemerkt, daß sich auch in unserem Hause das alte Gesetz, welches die Psychoanalyse heute wieder in den Vordergrund der Betrachtung stellt, voll bestätigte, nach welchem der Jugendliche sich nach dem Bilde des Menschen wandelt, den er liebt. Führerschaft und Jugend haben sich im Laufe der Jahre im „Kinderhaus" zu einer engen Lebensgemeinschaft zusammengeschlossen, und auf dieser Einheit beruht das Gelingen des großen Projektes, vor dessen Verwirklichung das ,,Kownoer Kinderhaus'' heute steht. Wir hörten oben, daß ein Teil der Kinderhausjugend nach Palästina strebt, wo ihre Erziehung in der Landwirtschaft fortgesetzt werden soll. Nur ein kleiner Teil der in Litauen in produktiven Berufen erzogenen Jugend findet in Litauen Arbeit und Verdienst, der größere Teil der Jugendlichen ist früher oder später zur Auswanderung gezwungen, wenn sie ihrem Ideal, als produktiv schaffende Menschen zu leben, treu bleiben wollen. In nächster Zeit wird eine ältere Kinderhausgruppe nach Palästina hinübergehen, um dort im Emek Israel den Boden für eine Kinder- und Jugendsiedelung vorzubereiten; jüngere Gruppen, zusammen mit ihren Führern, werden folgen. Sie werden, für diese Aufgabe vorbereitet, die Keimzelle für ein Kinder- und Jugenddorf bilden, in welchem später mehrere hundert der Besten unter der jüdischen Waisenjugend aus allen Ländern des Galuth Aufnahme finden werden. Vielleicht wird dieses Dorf einmal, über den Rahmen einer Waisensiedelung hinauswachsend, die „pädagogische Provinz" des jüdischen Volkes werden, ein Kraftzentrum für ein sich erneuerndes Volk, wie Goethe es dem deutschen Volk im „Wilhelm Meister" beschrieben hat. SCH. S. PUGATSCHOW Bas 3M nt> et t> 0 tf im f tnef fSesreei1) Als ich ankam, fand ich in Giwath Hamoreh ungefähr 80 Kinder vor, die dort nach einer festen Ordnung arbeiteten und lebten. Die Herrschaft lag in den Händen der Leiter, und zwar eine unbegrenzte Herrschaft. Es war ein bestimmter Lehrplan ausgearbeitet, feste Formen des Lebens bestanden und ihnen mußten sich die Kinder anpassen, wie es in allen Schulen üblich ist. Freilich erforderte die Arbeit im Hause und auf dem Felde eine gewisse Aus dem (gekürzten) hebräischen Manuskript übersetzt von Fritz Löwenstein. 36

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