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Der Jude · 1925-01-01 · 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum · p. 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
Article
Der Jude im Kriege
Date
1925-01-01
Page
120 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Joseph Trumpeldor teuer. Es ist aber nicht so. Mein Sohn wird in Gottes Namen in den Krieg gehen, er wird sein Blut vergießen, wenn es nötig sein wird, und euch damit beweisen, daß uns Palästina ebenso teuer ist wie euch". Er küßte seinen Sohn und ging} ohne seine Umgebung auch nur eines Blickes zu würdigen. Der Sohn blieb bei uns und strengte alle seine Kräfte an, es einem echten und rechten Soldaten gleichzutun. In der ersten Zeit fiel es ihm aber sehr schwer. Er war von Natur aus schwach und kränklich. Seine Schwäche nahm aber noch zu, da er sich an unser Essen nicht gewöhnen konnte: wir waren genötigt, „treife"2) zu essen, weil unser Versuch, eine koschere Küche mit einem eigenen Schächter einzurichten, mißlungen war. — Nachdem aber einige Tage vergangen waren, erschien Wertheimer völlig verändert. Er ließ sich rasieren und seine Schläfenlocken abschneiden, begann zu essen, sonderte sich nicht mehr von den Kameraden ab, und in den Ruhestunden am Abend saß er mit allen anderen zusammen und sang. Er wurde überhaupt viel zutraulicher, kräftiger und gewandter. Eines Tages erhielten wir Befehl, abzureisen. Wir schifften uns ein. Der Befehl lautete: morgen werden die Anker gelichtet. Im weiten Hafen sammelten sich unsere Burschen. Irgend jemand verbreitete das Gerücht, man habe vor, uns an die palästinensische Front zu schicken. Das war unser aller Wunsch, und darum glaubten wir es. Bis spät in die Nacht hinein erklangen Palästinas Lieder der Freude Und der Sehnsucht, wir tanzten palästinensische Tänze, und flammende, stolze Reden ertönten... Es waren liebe Mädchen dort, die uns zu den Schiffen begleiteten: sie sahen so munter und fröhlich aus, als ob auch sie jederzeit bereit wären, den Tod für die Heimat zu erleiden. Aber Wertheimer war nicht unter den Fröhlichen. Als ich gegen Sonnenaufgang in meine Kabine zurückkehrte, bemerkte ich ihn. „Was tust du hier?" fragte ich ihn, „warum bist du nicht dort bei den anderen?'' „Ich denke an den Krieg. Ich sehe das Feuer... und ich fürchte----" „Also du fürchtest dich?!... Aber jetzt ist es schon feu spät Er empfand, daß ich ihn falsch verstanden hatte und antwormir sofort: 2) Nichtrituell. — Anm. d. Übers. I20

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