Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 9 (1925-1927)
- Issue
- 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
- Article
- Der Jude im Kriege
- Date
- 1925-01-01
- Page
- 118 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Joseph Trumpeldor Manche Scheinkranke sind plötzlich gesund geworden und machen Dienst. Der Tag ist schön und sonnig. Gestern und heute feuern die Türken ununterbrochen auf uns. Wahrscheinlich haben sie eine Ladung neuer Geschütze bekommen, denn gestern hob ich einige Stücke vollkommen neuen Metalls vom Boden auf. Das Bombardement hat jedoch niemandem von uns geschadet. Gestern gegen Abend besuchte mich jener australische Soldat aus Alexandrien, von dem Sie mir schrieben. Er brachte mir einen lebendigen Gruß von Ihnen. — Er erzählte, daß es den Familien unserer Soldaten jetzt besser gehe... Nun, ich schließe. Es ist mir recht traurig zumute. Ich bin zwar überzeugt, daß man ohne das, was gestern geschah, nicht hätte auskommen können, und daß es zu etwas Gutem führen wird; jedoch die Tatsache bleibt bestehen: ich habe die Prügelstrafe anerkannt und gutgeheißen. Wie fremd und widerlich ist das meinem innersten Wesen! Hätte ich vor einem halben Jahr so etwas zugelassen? Der Krieg ist ein Greuel, und grauenhaft ist alles, was er hervorruft. Ihr Ossja. 3. Wertheimer x) (Dem Andenken eines gefallenen Kameraden) Wir wollten keine Transport-Dienste leisten, noch auch wollten wir an eine beliebige Stelle des Kriegsschauplatzes geschickt werden. Wir erklärten mit Bestimmtheit: Es ist unser Wunsch, in den Krieg zu gehen, wir wollen in die Reihen der Kämpfenden eintreten, aber nur jener, die in Palästina kämpfen. Wir wollen um Palästina und auf dem Boden Palästinas kämpfen. Wir werden Schritt für Schritt mit starker Hand unser Land erobern, wir werden unsere Heimat befreien und mit ihr unsere Kameraden, die dort geblieben sind, um den „Jischuw"2) zu schützen. — Dieser Gedanke lag allen am Herzen, die aus dem Lande vertrieben und der brennenden Sonne Alexandriens ausgesetzt worden waren. Nur dieses eine erstrebten wir — nach anderem fragten wir nicht. Klar und deutlich erklärten wir es auch jenem General, der von dem Oberbefehlshaber Maxwell aus Kairo zu uns geschickt wurde. In den Kampf um die Heimat! Aber der General war auch Diplomat, und in jener großen Versammlung, die in der erstickenden Glut einer Holzbaracke abgehalten wurde, sagte er zum Schluß ungefähr die folgenden Worte: 1) Das russische Original, .erschien in. der „Chronika Ewrejskoj Gisni", No. 9 vorn iö. März 1919. — Anm. d. Übers. 2) Die jüdische Ansiedlung. — Anm. d. Übers. n8