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Der Jude · 1925-01-01 · 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum · p. 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
Article
Offener Brief an Henry Bernstein
Date
1925-01-01
Page
94 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Bernard Shaw Vergnügungen ausbeutet, um seine Tantiemen aufzuhäufen. Die Juden kommen aus Syrien, nicht wahr? Drusen! Da habt ihr, was sie sind: Drusen! Drusen, Mauren, Rifpiraten — das ist alles dasselbe: Juden. Und der Jude spricht immer vom Ruhm des Vaterlandes, weil er ganz Paris, ganz Frankreich, der ganzen Welt den Hals abschneiden lassen würde, um Milliardär zu werden. Ich kenne diesen Bernstein von Grund auf. Er hat Sachen gemacht. .. . Aber warten Sie; ich werde es Ihnen beweisen. Hier seine Akten. ,,Lieber Herr Shaw, man sagt, Sie hätten eine mächtige Feder; nun wohl, bedienen Sie sich ihrer, um ihn zu durchbohren, zu schinden, ihn zu zeigen, wie er ist. Lassen Sie uns auf seine Kosten lachen! Mag er sich um seine Angelegenheiten kümmern and die Ehrenmänner sich ein bißchen freundschaftlich zausen lassen. Einen guten Händedruck, lieber Herr Shaw, ich bin entzückt, Ihre Bekanntschaft zu machen, etc. etc." Sie glauben, lieber Kollege, daß ich übertreibe; aber nein. Die Akten sind nicht nur eine Redewendung, ich habe sie hier, auf meinem Schreibtisch. Und es gibt keinen Punkt in Ihrem Leben, dessen Sie sich zu schämen hätten. Sie sind von einer trostlosen Korrektheit. Nach dem Wortschwall meines neuen Freundes Duval hätte ich mindestens einen Mord, zwei oder drei Diebstähle und unzählige Vergewaltigungen erwartet. Und nun sind Sie ein Josef, ein Samuel, ein Josua! Schämen Sie sich nicht, so tugendhaft zu sein neben uns anderen armen Sündern? Sie waren überrascht, mich von William Morris als von einem großen Mann im Ausmaß Rodins sprechen zu hören. Ich verstehe Ihr Erstaunen vollkommen. Im Jahre 1870 veröffentlichte Morris das Gedicht, das ihn als .,The idle Singer of an empty Dar'* berühmt machte. Sie, mein lieber Boulevard-Pariser, sind immer noch im Jahre 1870. Aber Morris wurde lange nachher groß, wie man Ihnen in Cluny oder Chanlilly sagen wird oder in anderen Orten, die Sie minderwertig nennen würden. Erlauben Sie mir, Ihnen etwas über Morris zu erzählen. Es entstand ein Streit über die Echtheit des Bildes von Shakespeare, das das Titelblatt der berühmten Erstausgabe von i663 schmückt. Die Frage war, ob das Bild Shakespeare ähnlich sei. Die Antwort von Morris war schlagend: „Wir wissen, daß es Shakespeare nicht ähnelt, denn es ähnelt überhaupt, keinem Menschen", sagte er. Nun wohl, Duval gehört der Epoche von Morris an, ebenso wie Sie noch bei 1870 halten. Sie haben ein Portrait von mir für Duval entworfen, nach der literarischen Satire alter Tradition. Es ist die Geschichte eines Menschen, der dadurch berühmt wird, daß er 94

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