Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 9 (1925-1927)
- Issue
- 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
- Article
- Antisemitismus und Zukunft
- Date
- 1925-01-01
- Page
- 17 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Antisemitismus tmd Zukunft für das, was seine Rasse erlitten hat. Der Fluch wirkt fort; es ist tatsächlich, als könne der Jude aus dem Bann, der um ihn gezogen ist, nicht heraustreten. Jedenfalls kann er diesen Bann sehr schwer brechen. Auch hier hilft nur die Verweisung auf die Zukunft weiter; Freiheit, Bewußtseinssteigerung und Mutationsmöglichkeit sind eines. In diesem Zusammenhang sei auch der Methode gedacht, wie im neuen Rußland das jüdische Problem behandelt wird. Man unterdrückt dort die Pflege der jüdischen Eigenart, man zwingt die Juden, im Größeren aufzugehen. Ich persönlich finde, daß man logisch vorgeht. Die Nichtanerkennung des spezifisch Jüdischen ist in Rußland so gegeben wie bei uns die Selbstbesinnung der Juden, die auch nur ein Zwang ist. Die Norm heißt: Gleichberechtigung; das .Ziel: volle, legitime Nutzbarmachung der Kräfte; danach richten sich die lokal bedingten Methoden. OSCAR A. H. SCHMITZ Wünfä) $n$mtvtc uuü nxfyt wünf d) tn&w erte 3 ubtn „Für mich Bedeutet Judentum Anteil an einem uralten Blut, das, wahrend die Germanen noch auf Bärenhäuten lagen, die babylonische, persische, ägyptische, antike und arabische Kultur miterlebt hat und bei mir einmündete in einen andern Strom reinen Ariertums. So mußte ich das Fremde aufnehmen mit der ganzen Tiefe eines deutschen Gemüts, während mich ein kritischer, alter Verstand immer mehr von den Illusionen befreite, denen sich Deutsche so leicht über sich selbst hingeben." O. A. H. Schmitz, Geister des Hauses, Jugenderinnerungen*) In diesem Titel möge man kein pharisäisches Richten wollen sehen. Man kann gerade so gut über wünschenswerte und nicht wünschenswerte Arier oder Christen sprechen. Dies vorausgeschickt, wird jeder Jude das Vorhandensein nicht wünschenswerter Volks¬ oder Glaubensgenossen zugeben. Da es vorwiegend diese sind, die dem Gegner Argumente liefern, so wie sich während des Weltkriegs naturgemäß die Feinde Deutschlands) in ihren missverständlichen Anklagen zum Teil auf wirkliche deutsche Fehler stützten, muß bei der Erörterung von Judentum und Antisemitismus frei von jüdischen Fehlern gesprochen werden dürfen. Das Urteil, das in diesem Titel liegt, ist also nicht das eines Richters, sondern nur ein logisches, Tatbestände unterscheidendes. Des Rassenantisemitismus wird man mich trotz meiner Kritik des Judentums nicht bezichtigen dürfen, denn abgesehen davon, daß ich in meiner Nachkriegsbroschüre: „Das rätselhafte Deutschland4* *) *) Verlag Georg Müller, München. Der Jude, Sonderheft 2 *7