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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 12 · p. 716

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 12
Article
Jüdische Rentenbank
Date
1924-01-01
Page
716 (sequence 11)
Language
German
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Walter Preuss: Rentenbank buchstäblich den Garanten t r i b u t pflichtig, allerdings gegen die eigene Sicherstellung auf Grund des herangezogenen Immobilkapitals. Nur die Frage der Löschung wäre noch zu klären, soweit sie einer Klärung überhaupt bedarf. Man sollte nach jedem wirklichen Verkauf eines Garantiebesitzes dem Käufer ein Kündigungsrecht einräumen: die Garantie müßte dann jeweilig automatisch auf andere Objekte hinübergreifen, vor allem auf den inzwischen erworbenen eigenen Besitz der Rentenbank (bzw. der Kolonisationszentrale) als Vertreterin der Jewish Agency. Dieser Besitz ist in Wahrheit die eigentliche hypothekarische Grundlage des ganzen Werkes; nur muß sein erst prospektives Dasein zuerst auf dem Hypothekenmarkt durch das dort allein gültige fertige Besitzkapital der Garanten repräsentiert werden. An ein eigentliches Erlöschen der gesamten Hypothekenaktion braucht man nicht zu denken, sondern nur — wie auch sonst in der Welt — an ein Fluktuieren der Belastungsobjekte. Man wird keine Bedenken zu tragen haben, den Garanten etwa eine Kündigung nach zehn Jahren zu bewilligen, sogar eine solche der Rentenbank selbst vorzubehalten. Denn die jetzt zu gewährenden, doch schon — bei derartigen rein wirtschaftlichen Garantien — hoch zu nennenden Zinsen brauchen durchaus nicht perpetuiert zu werden. Alles in allem wird so ein verhältnismäßig leicht realisierbares und durchaus mächtiges wirtschaftliches Instrument in die Hände der kolonisierenden Jewish Agency gelegt werden können: lernen wir es schaffen und es gebrauchen! WALTER PREUSS / DIE KWUZAH1) Unter allen Erscheinungen des an neuen sozialen Formen so reichen Lebens des werdenden jüdischen Palästina ist die umstrittenste, aber auch wertvollste und wichtigste die Kwuzah. Von allen Freunden des Hergebrachten im Sozialen und Alltäglichen als Fremdling und Schädling, als „Experiment", das schon abgebaut werden könnte, empfunden, bekämpft und angefeindet, sieht sich die Kwuzah, selbst noch ein zarter Sproß, trotz Zeichen der werdenden Mittagsreife, hineingestellt in einen rauhen Kampf, der, wie schon oft in der Geschichte, eben durch die Bekämpfung im Anfang, alle Hoffnungen zunichte machen kann. Wohl entstehen ihr von außen her auch Freunde, Verteidigung tritt auf den Plan; aber selbst die eines Ruppin bleibt am Äußeren haften und wird manchmal beinahe zur Entschuldigung. Dieses soziale Gebilde ist schwer von außen her zu begreifen; 1) „Die Kwuzah", Sammelbuch für Fragen der Kwuzah und ihres Lebens. Herausgegeben im Auftrage der Kulturkommission der Arbeiterschaft von Berl Katznelson, Tel Awiw, Cheschwan 5675.

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