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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 12 · p. 706

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 12
Article
Das neue Arabien
Date
1924-01-01
Page
706 (sequence 10)
Language
German
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7o6 Herman Glenn: ration unter Führung des Hauses des Scherifs von Mekka wie auch die Verknüpfung des Kalifats mit diesem Hause der Vergangenheit an. Ob es Ibn Saud gelingen wird, sein zentralarabisches Reich auch über die arabischen Randstaaten auszudehnen, ist eine Frage der Zukunft. Ibn Saud ist kein junger Mann, und bei dem Mangel an staatlicher Organisation beruhen arabische Reiche oft bloß auf der einsichtigen Tatkraft eines Mannes. Das neue nationale Bewußtsein hat in den von Arabern bewohnten Ländern in den letzten Jahren eine tiefe Umgestaltung des öffentlichen Lebens zur Folge gehabt. Diese Umgestaltung wird bleiben und weiterwirken, ohne Rücksicht auf die Schicksale einzelner Herrscherfamilien. Die religiösen Reformbestrebungen des Achwan, der wahabitischen Brüderschaft, und das Zurückgreifen auf das klassische arabische Kulturgut, wie es König Hussein getan hat, werden dabei eine führende Rolle spielen. Die Frage des Kalifats aber und die Besetzung der heiligen Stadt des Islam durch die Wahabiten berühren nicht nur die Araber, sondern sind immier noch von größter Bedeutung für die ganze mohammedanische Welt. Die neue Lösung dieser Fragen in Übereinstimmung mit der geänderten Bewußtseinslage des Orients wird die kommenden Jahre ausfüllen. HERMAN GLENN / JÜDISCHE RENTENBANK1) i. Der Plan der Aufbringung einer großen Anleihe zur Hebung und Durchführung der Palästinakolonisation ist nun seit der Balfourdeklaration Gegenstand wiederholter Betrachtungen gewesen: aber ohne daß ein vollständiges Aufrollen des gesamten Fragekomplexes, abgesehen von dem dankenswerten Buche Arlosoroffs, öffentlich im Ernst versucht worden wäre. Zwar zeugen die minimalistischen Einwände gegen die Anleihe, wie sie immer wieder vorgebracht werden, von einer erstaunlichen und sogar häufig eingestandenen Unkenntnis der wahren Sachverhalte: auf ihrem engeren Spezialgebiete sehr ernst zu nehmende Finanztheoretiker erklären offen heraus, daß sie die Ertragsfähigkeit der palästinensischen Wirtschaftstypen nicht kennen, kommen aber dann mit den naheliegendsten Bedenken, aus denen die Notwendigkeit des Festhaltens an den bisherigen Methoden gefolgert wird. Der Zehnte soll auch für die Zukunft der freiwillig gewählte Leitstern bleiben, dessen Apotheose durch Anleihe- und sonstige Großpläne nicht gestört werden dürfte: als ob die Aussichtslosigkeit der Selbstbesteuerung, auch im besten Erfolgsfalle, für die Erreichung x) Aus „Der jüdische Staat", wirtschaftlicher Teil. Vgl. Novemberheft.

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