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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 11 · p. 687

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 11
Article
Reorganisation des "Hechaluz"
Date
1924-01-01
Page
687 (sequence 5)
Language
German
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Umschau: Presseschau 687 c) Vertretung Der Merkas steht allen Parteien selbständig gegenüber. Er hat durch die Weltchaluzzentrale direkte Verbindung mit der palästinensischen Histadruth. In einer palästinensischen Hafenstadt wird ein Chaluzhafenamt errichtet, dessen Mitglieder paritätisch von der Histadruth und von der Chaluzzentrale delegiert werden. Dieses Amt nimmt den Bedarf an Arbeitern im Lande wahr, verhandelt wegen Überführung ganzer Kwuzoth mit den zionistischen Behörden, veröffentlicht in regelmäßiger Korrespondenz alle für den Chaluz und für die Immigration wichtigen Daten, fordert direkt für Chaluzim Einreisezertifikate an und sendet sie direkt an die Merkasim, bestimmt die Transporttermine, empfängt alle landenden Chaluzim, führt sie in das — zu errichtende — Beth Chaluz und von dort an den Arbeitsbezw. an den Siedlungsort. * Nachschrift: In diesem Aufsatz, der im Wichtigen vor 7 Monaten Mitgliedern des rumänischen Merkas mitgeteilt worden ist und in der Czernowitzer Wochenschrift „Das freie Wort" veröffentlicht werden sollte (was aber aus irriger Scheu vor der Öffentlichkeit unterlassen wurde) — sind folgende prinzipielle Forderungen gestellt: 1. Die Führung einer zionistischen Landespolitik um Asylorte für den Chaluz. 2. Abschaffung der schwarzen Arbeit. 3. Konstruktive Alijah. 4. Errichtung eines Beth Chaluz in Palästina. 5. Planmäßige Hachscharah. 6. Bewußte Pflege der Freude. 7. Psychologische Sprachschulung. 8. Planvolle Verwaltung, Autonomie der Hachscharahorte, Chaluzim und Chaluziim^ Mitgliedschaft im „Hechaluz" ist Mitgliedschaft in der „Histadruth ziburioth", 9« Errichtung eines palästinensischen Chaluzhafenamtes. Im Sinne dieser Forderungen sind auf der letzten Chaluztagung in Rumänien angenommen worden: die Prinzipien der konstruktiven Alijah und der planmäßigen Hachscharah, ferner Beschlüsse im Sinne der unter 2., 6., 7. und 9. gemachten Vorschläge. Hierzu wiederhole ich, daß die Reorganisation damit beginnen muß, das Schicksal des Chaluz rechtlich zu sichern. Ohne die Garantie für einen zweijährigen ungestörten Aufenthalt im Durchzugslande wird jeder Versuch großzügiger Hachscharah problematisch. Das Schweigen der Zionisten, die sonst nicht auf dem Munde liegen, berührt um so kälter, weil der außerordentlich günstige Bericht über bessarabische Hachscharahorte vorliegt, weil Erweiterungen der Arbeit beschlossen und — gefährdet sind. A 1 b e r t M a u r ü b e r PRESSESCHAU Das russische Judentum1) Der nicht kommunistische Jude in Rußland wird hin- und hergerissen von zwei Empfindungen: seine kapitalistische Natur wehrt sich gegen das Sowjetregime, auf der anderen Seite aber ist er diesem Regime dankbar, weil es mit der Ächtung und Drangsalierung der Juden als Juden aufgehört hat. Der Jude wird offiziell nicht um ein Deut anders behandelt als der Nichtjude, nicht besser, nicht schlechter. Es steht ihm auch frei, sich zur jüdischen Nationalität zu bekennen oder nicht, tut er es aber, so hat er genau dieselben Rechte wie die anderen nationalen Minoritäten. Auch die Dritte Internationale'hat auf ihrem letzten Kongreß eine scharfe Resolution gegen den Antisemitismus erlassen. Das schließt natürlich nicht aus, daß ein gesellschaftlicher Antisemitismus besteht, etwa wie in Amerika. Aber auch er wird immer wieder in Schranken gewiesen durch die konsequente Haltung der Regierung. In dieser Regierung selber sind die Juden nicht überwiegend, aber doch zahlreich. Ganz natürlich mußte unter dem Zarismus das bedrückte Judentum ungemein viele Revolutionäre steilen. Aber darüber hinaus brauchte die rote Garde, der die kosmopolitischen Beziehungen des alten russischen Feudalismus abgingen und die zudem noch an der russischen Schwerfälligkeit leidet, das bewegliche, mit der Welt verbundene Judentum als Triebkraft. Dabei aber bilden die Juden in der Regierung durchaus keine *) Aus der Frankfurter Zeitung vom 2i. Sept. 1924

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