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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 11 · p. 668

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Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 11
Article
Aktenstücke zu den Legalisierungsversuchen der Zionistischen Organisation in Rußland
Date
1924-01-01
Page
668 (sequence 7)
Language
German
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668 N.M. Gelber: Das ist es, worum ich Ew. Exzellenz ergebenst bitte. Erwägen Sie wohlwollend und einsichtsvoll die Möglichkeit einer Legalisation des Zionismus in Rußland! Es kann uns Zionisten nicht dienlich sein, im Dunkeln zu arbeiten, denn wir verfolgen keine Ziele, die man in Dunkel hüllen müßte. Der Zionismus war eben in seinem Grundwesen das Heraustreten aus dem früheren weltfremden Chaos und das Inbeziehungtreten zu den Staaten und Völkern. Nirgends in der Welt sind wir ein Geheimbund, und am allerwenigsten möchten wir es in Rußland sein. Meine obige Darstellung umfaßt die ganze zionistische Tätigkeit, wie sie von der Leitung aus gehandhabt wird, für jedes Wort kann ich mit meiner ganzen Autorität als Leiter dieser Bewegung einstehen. Sollten noch einige detaillierte Berichte notwendig sein, so kann ich Ew. Exzellenz das gewünschte Tatsachenmaterial liefern. Sollten Ew. Exzellenz für eine persönliche Unterredung geneigt sein, so bin ich gern bereit, einem Rufe nach Petersburg zu folgen und mich Ihnen vorzustellen. Ich hege die tiefste Überzeugung, daß der Zionismus nicht nur für die Juden Rußlands, sondern auch für die öffentlichen Interessen des großen Reiches von versöhnlicher und ersprießlicher Bedeutung sein kann. Der Zionismus, richtig geleitet, was bei einer Legalisation sehr leicht möglich ist, hat ebensowenig mit allgemeinen Parteikämpfen zu tun, wie etwa die Vertreter der Friedensbewegung oder sonstiger allgemeinmenschlicher Bestrebungen, die auch im russischen Reiche ihre Anhänger haben und ein förderndes Interesse für ihre Zwecke finden. Es ist selbstverständlich, daß insofern lokale Momente eine spezielle Art von Legalisation erheischen, die Zionistische Organisation es sich angelegen sein lassen wird, einen Modus zu finden, der unter den gegebenen gesetzlichen Verhältnissen Rußlands möglich ist. Im Falle eines prinzipiellen Wohlwollens, das ich erhoffe, wird es nicht schwer sein, die entsprechende, nach allen Richtungen befriedigende Form zu finden. Indem ich diese gute Sache vertrauensvoll in die Hände Ew. Exzellenz lege, habe ich die Ehre zu sein Ew. Exzellenz ganz ergebener D. W o 1 f s o h n m. p. Sr. Exzellenz Premierminister Herrn von Stolypin, St. Petersburg III. Interministerielle Korrespondenz über die Einreisebewilligung für David Wolfsohn und Prof. Warburg i. Minister für Inneres. D. O. D. Nr. 7446. 6. IV. 1908. An das Polizeidepartement Über Befehl des Herrn Ministers bittet das D. O. D. um Mitteilung, ob das Polizeidepartement bezüglich der Einreisebewilligung nach Rußland für die Herren Dr. David Wolfsohn aus Köln und Prof. Warburg aus Berlin, die mit dem Premierminister bezüglich der Frage der Legalisierung des Zionismus in Rußland verhandeln wollen, im Briefwechsel steht. Im bejahenden Falle wolle es berichten, in welchem Stadium sich die Sache befindet. Direktor Arbussew 2. Ministerium für Inneres. Polizeidepartement Nr. 4349. An das Departement D. O. D. In Beantwortung Ihrer Anfrage Nr. 7446, teilt das Polizeidepartement dem D. O. D. mit, daß in Angelegenheit der Einreisebewilligung des Dr. David Wolfsohn und Prof. Warburg kein Briefwechsel besteht. Füf den Leiter der Abteiiung: Pawlowski

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