Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Lösung der zionistischen Krise?
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 523 (sequence 11)
- Language
- German
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Salomon Schechter: Die Frau im Tempel und in der Synagoge örterung bedürfen. Vor allem das schwierige (und bisher noch ungelöste) Gebiet der Kindererziehung. Die Zukunft der Bewegung hängt davon ab, ob es gelingt, den Nachwuchs im Sinne unserer Ideale zu erziehen. Ungeheure Schwierigkeiten türmen sich auf. Neben den starken Einflüssen der Umwelt, dem Fehlen adäquater jüdischer Formen (welche für das Kindergemüt unerläßlich sind), vor allem die dem werdenden Menschen eingeborene Protesteinstellung, die es in gesunde Bahnen zu lenken gilt. All das kann hier nur angedeutet werden. Es genügt, wenn die Wichtigkeit der Probleme erkannt und ihre Durchdenkung versucht wird. Zum Schluß sei noch ein Moment angeführt, das neben allem anderen die Notwendigkeit meines Vorschlages zeigen soll. Die zionistische Propaganda ist mehr als früher bemüht, einzelne besonders wertvolle Menschen zu gewinnen. Und jedesmal stehen wir vor der Frage, wie wir die Neugewonnenen mit dem Zionismus dauernd verknüpfen, bezw. die Interessierung der Halbgewonnenen fortsetzen sollen. Dem vielfach geäußerten Wunsch, diese neuen Menschen in ein zionistisches Milieu einzuführen, stehen wir verlegen gegenüber, da es unbegreiflicherweise ein solches nicht gibt. Hier fehlt die Gemeinschaft, die die Bewegung repräsentativ vertreten kann. Dieser Bund aktiver, von Zionismus erfüllter Menschen ist keine Phantasie. Seine Verwirklichung ist eine Notwendigkeit, und Erkenntnis und lebendiger Wille vereint werden ihn schaffen. SALOMON SCHECHTER/DIE FRAU IM TEMPEL UND IN DER SYNAGOGE1) Die Stellung der gebildeten Frau war immer ein beliebtes Problem der jüdischen Gelehrten, und ihre geistigen Fähigkeiten haben weitgehende Würdigung gefunden. Viele umfangreiche Bücher erzählen uns davon. Weniger Aufmerksamkeit wurde jedoch der „frommen" Frau geschenkt, die allerdings vom Tempel und später von der Synagoge anerkannt wurde. Es ist, soweit mir bekannt, niemals auch nur der Versuch gemacht worden, im Umriß die Geschichte der Stellung der Frau zum Gottesdienst niederzuschreiben. — Es bedarf kaum des Hinweises, daß der vorliegende Entwurf, der nichts anderes als eine Behebung dieses Mangels sein soll, auch nicht den geringsten Anspruch auf Vollkommenheit macht; ich hoffe aber doch, daß er helfen wird, das Interesse der Forscher auch auf dieses Thema x) Dieser Aufsatz, von Isi Broch aus dem Englischen übersetzt, erschien im *• Bande der „Studies in Judaism".