Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 9
- Article
- England, Arabistan und Erez-Israel
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 513 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerhard Holdheim: Lösung der zionistischen Krise? 5*3 lieh alle Voraussetzungen zur Erfüllung einer solchen Aufgabe, sobald sie nur endlich aus der Verworrenheit und Schwäche ihrer heutigen Politik herauskommt, sobald durch großzügigste Kolonisation auf Grund ständig wachsender internationaler Anleihemittel und ihrer sachkundigsten Investition das heutige mikroskopische Stadium endlich überwunden wird. Unsere Intelligenzschicht bringt in höchstem Maße auch die Beherrschung europäischer Technik und europäischer Industrie mit sich — dieser unerläßlichen Hilfsmittel des kommenden Orients, die ihm nicht mehr vorenthalten werden können — und kann sie an einer Stelle, an der wesentlichsten Pforte des Ostens, in Palästina konzentrieren helfen. Die Judenheit verlangt hierfür, und sie muß es verlangen, nur das alteigene Fleckchen Erde wieder, ohne dessen Besitz ihre Pioniere nicht ruhig arbeiten können. Von da aus soll der weitere Orient auf friedlichem Wege — nicht, wie jetzt, unter Erniedrigungen -und Zuckungen des Hasses — allmählich eigene Mittel und Kenntnisse schöpfen, dem Musterlande dabei mit östlicher Bedachtsamkeit — denn die östliche Seele gerät durch die Berührung mit dem kranken heutigen Okzident in Gefahr: etwas unendlich viel wertvolleres als das ganze Eisen Europas — folgend. Für solchen Dienst werden die anderen Völker Asiens die durch langes, langes Dulden in allen Ländern Europas gewonnene geistig-kulturelle heutige Überlegenheit den Juden gönnen müssen, ihnen auch das Land gönnen müssen, auf dem sie allein zu solchem Dienste fähig sind. Zwar laufen wir dabei Gefahr, nun auch in Erez Israel wieder zum Blitzableiter für alle politischen Stürme, zum Sündenbock für alle Fehler der gesamten Völkerumwelt gestempelt zu werden; aber wir werden so dieses abscheuliche Verhängnis, diesen nur durch vorbildliches Sein abzuwehrenden Hetzkampf der Völker gegen ihren heute ältesten und physisch schwächeren Bruder, wenigstens auf unserer eigenen Erde tragen; und wo einer von uns dann fällt, weiß er so wenigstens, wo und wofür er gefallen sein wird — in einem hohen Freitod für sein Volk ... GERHARD HOLDHEIM / LÖSUNG DER ZIONISTISCHEN KRISE? Ein Beitrag zur Diskussion I. Moses Beilinson hat in Heft s/6 dieses Jahrgangs unter dem Titel »Zionistische Krise und Jüdischer Bund" einen Aufsatz veröffentlicht, der deutlich in zwei voneinander zu trennende Teile zerfällt. Der erste, weit größere Abschnitt konstatiert, daß der Zionismus in einer permanenten Krise lebe, und er bemüht sich, die Gründe dieses Zustandes aufzuzeigen. Da über die Heft 9. 33