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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 8 · p. 496

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 8
Article
Aus Israels Vergangenheit und Gegenwart
Date
1924-01-01
Page
496 (sequence 6)
Language
German
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496 Umschau: Bildende Kunst meisten Fragen gibt es hier Antwort. Vor allem sei auf die sonst nirge ndwo in dieser Art zu findenden Zusammenstellungen über die mohammedanische Baukunst und über die Verwaltung hingewiesen. Auch der Naturfreund wird sich an endlosen Aufzählungen von Vögeln, Reptilien und allem anderen erfreuen können. Es ist zu bedauern, daß ein ähnliches Handbuch nicht von jüdischer Seite geschaffen wurde. Die jüdischen Angelegenheiten darin sind zwar sachlich und objektiv dargestellt, nehmen aber bei weitem nicht jenen Raum ein, den sie nach unserer Meinung verdienen. Es sollte eine Anfgäbe der verschiedenen zionistischen Institute sein, ein ebenso sachliches, wissenschaftlich-methodisches Handbuch mit ausführlicherer Betonung der jüdischen Siedlung herauszugeben. Freilich darf es nicht sich auf die jüdischen Siedlungen beschränken, wie die meisten es tun. Wir wollen ja Palästina bewohnen und nicht ein utopisches jüdisches Land, das es nur in künstlicher Isolierung gibt. Es wäre gerade sehr wichtig für viele jüdische Leser, über die Araber und die christlichen Sekten Palästinas eingehend informiert zu werden, ihre Religion, Kultur und Wirtschaft kennen zu lernen. Manches Wertvolle kann man aus dem vorliegenden Handbuch erfahren. Aber ein von den Zionisten herausgegebenes müßte sich sogar noch eingehender mit dem Lande und allem Leben im Lande beschäftigen. Daneben wäre noch ein Jahrbuch zu wünschen, das in Anlage und Art den Jahrbüchern der englischen Dominions entspräche und Zeugnis ablegte von den Fortschritten jedes Jahres, deren wir uns gewöhnlich nicht bewußt weiden. Dann würden wir ermessen können, wie weit wir uns der ,,Rückkehr ins Land" genähert haben. Hans Kohn BILDENDE KUNST Richtigstellung In dem Aufsatze von Heinrich Berl „Die Juden in der bildenden Kunst der Gegenwart4' finden sich einige tatsächliche Irrtümer, auf die der Verfasser seine Darlegungen aufbaut, deren Schlußfolgerungen also ebenfalls wesentlich modifiziert werden müßten. Ohne auf das Prinzipielle der Ausführungen eingehen zu wollen, möchte ich bemerken, daß der Kronzeuge der Beweisführung Berls, Wassilij Kaudinsky, den (und dessen Mutter) ich seit vielen Jahren sehr gut kenne, reiner Russe ist und nichts mit dem Judentum zu tun hat. Pechstein ist ebenfalls kein Jude, was mir zum Überfluß sein hiesiger Freund, der Bildhauer Herman Haller, bezeugt. Berl spricht auch vom ,, latenten Semitismus*4 Picassos und von seiner ,,jüdischen Musikalität": auch Picasso ist kein Jude. Mit diesen Dreien sind aber die Ecksteine aus Berls System gebrochen; man wird feststellen müssen, daß die Juden in der Malerei des Expressionismus kaum eine größere Rolle spielen als in der des Impressionismus, (mit Liebermann und Pissaro). Da wir auf Schritt und Tritt — wie z. B. in Fords „Internationalem Juden" — Leute dem Judentum zugeschoben bekommen, die mit ihm nichts zu tun haben, die aber den Rassepolitikern aus irgend einem Grunde unbequem sind, so sollten doch wir Juden auf eine reinliche Scheidung um so mehr halten. Franz Stadler Mitteilung der Redaktion Die Adresse von Dr. Ernst Simon lautet ab i. August 1924: Heidelberg a. N., Schrödersir. 38, bei Vogt Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Ernst Simon, Heidelberg. Jüdischer Verlag, Berlin. — Druck von Julias Beltz in Langensalza.

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