Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die kommunistische Bewegung in Erez Israel und der proletarische Zionismus
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 453 (sequence 9)
- Language
- German
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Die kommunistische Bewegung in Erez Israel usw. 453 erwiesen hat, daß sie ein Feind des jüdischen Volkes und der Arbeiterklasse in Palästina ist. Die Moazah hängt den Haß dieser Gruppe gegen die Alijah und die Verleumdungen gegen die jüdische Arbeiterbewegung im Lande niedriger, Taten und Äußerungen, die auf Betrug der internationalen Arbeiterschaft berechnet sind. Die Moazah beschließt die Annulierung der Arbeiter- Fraktion* in der Histadruth in allen ihren Schichtungen und Schattierungen. Keine Liste der Arbeiterfraktion und all derjenigen, die ihre Tätigkeit fortsetzen, wird als Wahlliste für die Generalkonferenz, die Gewerkschaften und Institutionen angenommen. Die Moazah beschließt, daß alle Vertreter der Fraktion und alle die, die in ihrem Namen öffentlich reden und auftreten, aus der Histadruth ausgeschlossen werden. Den Ausgeschlossenen steht das Recht der Interpellation an das oberste Gericht der Histadruth zu." III. Das sind die Tatsachen. Aber wir wollen aus diesen Niederungen des alltäglichen Kampfes wiederum zu einer umfassenden allgemeinen Betrachtung der Situation aufsteigen. Es ist natürlich klar, daß der Ausschluß der kommunistischen Gruppe aus der Histadruth nicht gleichbedeutend ist mit ihrer Vernichtung, sondern daß der Kampf weiter gehen wird. Die Histadruth als Träger des arbeitenden jüdischen Volkes ist zu diesem Schritt berechtigt, weil sie verantwortlich ist für viele Tausende jüdischer Arbeiter, deren einzige freie Lebens- und Arbeitsmöglichkeit in der Alijah nach Palästina besteht, wo sich das neue Geschick des Volkes zu entscheiden hat. Sie ist verantwortlich nicht nur gegenüber den Tausenden jüdischer Arbeiter, die heute im Lande den schweren Kampf der Neugestaltung in den Siedlungen von Tel Chai, Dagania und Ain Charod kämpfen; sie handelt auch im Namen der Zehntausende jüdischer Arbeiter, die in den kommenden Jahren ins Land kommen werden. Aber das Problem selber greift tiefer und ist verbunden mit dem welthistorischen Kampfe Moskaus gegen eine Welt von Feinden; und nur die unglückselige Verquickung assimilatorischer und proletarischer Probleme gibt der Frage ihre zugespitzte, verhängnisvolle Form. Die jüdische Arbeiterbewegung darf sich in ihrer allgemeinen Politik nicht beirren lassen durch den Kampf gegen die offensichtlichen Nichtswürdigkeiten dieser Gruppe, die freilich heute samt ihrem Programm von Moskau anerkannt ist. Sie darf auch die Wirkungen dieser sich sicherlich verstärkt fortsetzenden Aktionen nicht unterschätzen; denn das große Problem, das seine Lösung erstrebt, steht im Hintergrunde. Der prinzipielle Beschluß des Ausschlusses war richtig, denn er gibt der Histadruth die Möglichkeit einer ungestörteren positiven Arbeit. Aber ungeachtet der Kampfstellung in Erez Israel selbst muß die jüdische Arbeiterbewegung im Bewußtsein der moralischen Kraft und der inneren "Wahrheit des jüdischen Befreiungskampfes, der nicht ein Kampf gegen den Kommunismus, sondern gegen die nationale Auflösung ist, und dessen