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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 5-6 · p. 354

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Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 5-6
Article
Eine hebräische Fachzeitschrift für Landwirtschaft [Rezension]
Date
1924-01-01
Page
354 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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UMSCHAU KOLONISATION Eine hebräische Fachzeitschrift für Landwirtschaf t „Hassadeh" (Monatsschrift für die praktische Landwirtschaft). Gegründet durch die landwirtschaftliche Kommission des Hapoll-Hazair, herausgegeben vom zentralen Waad der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation in Erez-Israel unter der Redaktion von Fachleuten. Band IV. Tel Awiw. 1923. (Hebräisch.) Unter diesem Titel erschien jetzt das erste Heft des 4. Jahrganges der landwirtschaftlichen Zeitschrift Hassadeh, ein Organ, das trotz seiner großen Bedeutung für den Aufbau des Landes Israel in Deutschland noch viel zu wenig verbreitet ist und viel zu wenig gelesen wird. Und doch ist es diejenige Zeitschrift, die uns mitten in die Kernprobleme, vor denen die junge, moderne Landwirtschaft in Palästina heute steht, hineinführt und uns den besten Einblick in die Methoden und Aussichten der Landwirtschaft geben kann. Die Zeitschrift ist ein getreuer Spiegel aller Fachfragen, die mit der Landwirtschaft (im weitesten Sinne genommen, d. h. auch Gärtnerei, Pflanzungen, Hauswirtschaft usw.) in Zusammenhang stehen. Von der Fülle der Probleme gibt die Reichhaltigkeit jedes Heftes eine annähernde Vorstellung. Wer nach dem Titelblatt glaubt, ein Organ ähnlich dem deutschen „Der Landarbeiter" vor sich zu haben, in dem nach Aufsätzen über die politische Lage der Arbeiter oder über Lohnprobleme ein Teil „Haus, Hof, Garten und Kleintierzucht" kommt, — der ist im Irrtum. Aber auch der Vergleich mit einem ,,Bauernblatt", wo der Ökonomierat den Landwirten Ratschläge erteilt, stimmt nicht. Eher könnte man vielleicht „Hassadeh" in seiner guten Vereinigung von Wissenschaft und Praxis einem Fachblatt, wie der „Illustrierten Landwirtschaftlichen Presse" vergleichen (wenn auch in bescheidenem Maße). Wie das Leben in Palästina seine besondere Note hat, so ist auch der Charakter von „Hassadeh" ein besonderer. Die Arbeiter, aus deren Mitte das Organ geschaffen wurde, sind hier keine Lohnarbeiter beim Gutsbesitzer, die höchstens eine kleine Nebenwirtschaft besitzen, sonst aber von der Anteilnahme an der Leitung und den Fachproblemen der großen Landwirtschaft ausgeschlossen sind, und sie sind auch keine unentwickelten Kleinbauern, die die Förderung der Landwirtschaft nach modernen Gesichtspunkten nur im Schlepptau des Großbetriebes mitmachen, sondern die Arbeiter in Palästina sind die Pioniere und Träger der neuen, sich bildenden jüdischen Produktion. Die Erhöhung und Förderung der landwirtschaftlichen Produktion ist das Ziel, das alle — vom Wissenschaftler bis zum Praktiker, vom Arbeiter zum Agronomen, von der Landwirtschaftlichen Versuchsstation bis zu den ,, Kwuzoth" und den „Moschawim"—erstreben und das alle verbindet. In Palästina ist die Tradition noch gering, noch alles Neuland, und die Erfahrungen sind mit den primitivsten Mitteln und unter den Entbehrungen der Arbeiter erworben worden. So ist Hassadeh die erste sozialistische Zeitschrift, die sich mit der unmittelbaren Förderung und Erforschung der landwirtschaftlichen Produktion selbst (und nicht nur mit der Kritik der bestehenden Agrarverhältnisse, Lohn- und Verteilungsprobleme) in einem Lande beschäftigt. Alle Aufsätze, die aus der Erfahrung praktisch tätiger Männer heraus geschrieben sind, zeigen ein Ringen und Suchen nach neuen Wegen. Es sind keine theoretischen und abstrakten Fragen, keine Luftprobleme, sondern Fragen, die das tagtägliche Leben erweckt und deren Lösung für jeden Einzelnen und für die Gesamtheit der Landarbeiter und Landwirte wichtig ist. Und weil es Lebensfragen sind, so finden wir keine trockenen Abhandlungen, sondern Aufsätze, in denen auch gegenseitige freie und offene Kritik und schonungslose Aufdeckung der

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