Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Joseph Trumpeldor in arabischer Darstellung
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 245 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bemerkungen: Joseph Trumdeldor in arabischer Darstellung 245 die er in Deutschland kennen gelernt hatte. Seit 1911 lebt Dornet wiederum in seine*" Heimat, sich ganz seinem Schaffen widmend; und die zionistischen Bestrebungen fördernd, wo immer er es vermag. Eine Frucht dieser Tätigkeit ist sein „Joseph Trum - p e 1 d o r". 2. Ich hatte Gelegenheit, das Manuskript des dreiaktigen Trauerspieles „Joseph Trumpeldor" eben jetzt, da der Todestag dieses tapferen Pioniers wiederkehrt, zu lesen. Es handelt sich hier um das wertvolle Werk eines Dichters, der im Zenith seiner Schaffenskraft steht. Dieses Drama wird nicht nur auf der Bühne Erfolg haben, es wird auch als Buch großem Interesse begegnen. Domets Trumpeldor ist ein Schauspiel von erheblichen literarischen Qualitäten; uns Juden aber wird er nicht bloß darum teuer sein, auch nicht wegen seiner Eignung, propagandistisch für den zionistischen Gedanken zu werben, sondern ganz besonders wegen seines Inhalts: wir lernen einen lebendigen Trumpeldor kennen und den heißen Wunsch eines arabischen Dichters verstehen, für den Frieden zwischen Juden und Arabern zu wirken: zum Segen beiden Brüdervölkern und der menschlichen Kultur. * Dornet zog noch im Sommer des Jahres 1921, bald nach seiner Rückkehr aus Deutschland, durch die jüdischen Ansiedlungen in Ober- und Untergaliläa. „Ich war erstaunt über die Lebensfülle, die sich mir in diesen Oasen der galiläischen Öde darbot. Was mir besonders auffiel, war die zu begrüßende Eintracht und das gute Einvernehmen zwischen Arabern und Juden. Wieviele Landgenossen traf ich da, die mich mit ihrer Kenntnis der hebräischen Sprache beschämten, während ich andererseits überrascht war, viele Ansiedler zu treffen, die *n der arabischen Bibel lasen/' Diese Worte schrieb der Dichter an Sir Herbert Samuel, dem er sein Drama widmete. Als Dornet die Orte sah, wo der Held seine» Schauspiels die letzten Tage seines Lebens verbrachte, war in ihm der Plan gereift, ein Denkmal für Trumpeldor zu errichten. * Das Drama „Joseph Trumpeldor" im Winter 1922 beendet, spielt im Jahre 1910; die Handlung währt nur einen Tag — den Tag, an welchem unser Held fiel. Im ersten Akt führt uns der Dichter in die Kolonie Trumpeldors Tel Chai. Wir sehen .das einzige große Gebäude der Ansiedlung, Olivenbäume davor, den mächtigen Hermon im Hintergrund. Ein schönes Bild des Lebens in einer großen Kwuzah. Der nächste Akt atmet Feierabendstlmmung in der benachbarten Kolonie Kfar Gileadi: Im Eßraum der Chaluzim stehen einige Tische und Bänke, ein Schuhmacherschrein mit dem Arbeitsplatz davor; in einer anderen Ecke ein Spieltisch mit Schach und ein altes Klavier. Durch die Fenster hat man einen wundervollen Ausblick auf den schönen Garten mit seinen Ölbäumen und Palmen. Ein Chaluz arbeitet ein Paar Schuhe fertig, andere spielen Schach oder kibitzen, einer liest, ein anderer sitzt vor dem Klavier und erfreut die Genossen durch arabische Weisen. Draußen in der Küche wird fleißig gebacken, dann aber kommt Trumpeldor zu Besuch, um seine Verlobung mit Sulamith zu feiern. Sobald diese Kunde laut wird, beginnen die Ansiedler emsig den Raum zu schmücken — bis endlich Trumpeldor und die Seinigen kommen. Eine herzlichfröhliche Stimmung herrscht nun unter allen — aber plötzlich fallen einige Schüsse: die „Zigeuner" überfallen die jüdischen Kolonisten. Die Leute aus Tel Chai eilen ihren dort zurückgebliebenen Brüdern zur Hilfe. Tel Chai. Ein ausgedehnter Hof. Im Hintergrund führt eine Treppe schräg zur Dachstube hinauf, von wo aus Trumpeldor seine Befehle zu erteilen pflegte. Neben der Treppe eine mannshohe Wölbung, die zum Backofen und zur Küche führt. Daneben