Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die zionistische Kolonisation
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 137 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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A«4 bert Maurüber: Landung und Quarantäne 137 wird das Wunder Josuas sich wieder erneuern sehen, der doch seinen Lauf angehalten hat, um die Bundeslade durchziehen zu lassen. Es ist auch möglich, daß im Boden Palästinas in Ermangelung von Wasser und anbaufähiger Erde eines Tages sich bis jetzt noch unbekannte Bodenschätze finden werden. Es wäre nicht überraschend, daß, wenn Sodom und Gemorra von einem Feuerregen verschüttet worden sind, man dort ein Lager jener höllischen Elemente wie Schwefel, Phosphor oder Petroleum finden würde. Und statt einer Umgestaltung in der physischen Ordnung kann man vielleicht vom Zionismus eine Revolution in der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung erwarten. Wenn es ihm gelingen sollte, eine neue Form des Grundbesitzes, eine neue ökonomische Lebensform, auf der Genossenschaft begründet, einzurichten, wo Lohn und Profit abgeschafft wäre, so würde das ein anderes Wunder bedeuten, das die Prophezeiungen eines Elia und Jesaja verwirklichen würde, der Männer, die als die ersten und einzigen in der alten Welt die Zukunft einer neuen Gesellschaft, auf der Gerechtigkeit begründet, verkündeten und mit denen man dann wieder wird sprechen können: „Von Zion geht die Lehre aus!" Vor etwa dreißig Jahren hat sich eine genossenschaftliche Organisation gebildet, die man TÄlliance Cooperative Internationale nennt und die das gleiche Ziel verfolgt. Sie hält alle drei Jahre abwechselnd in den Hauptstädten Europas ihre Kongresse ab, wo Vertreter von dreißig Nationen zusammenkommen. Wann wird der Augenblick kommen, wo sie ihren Kongreß nach Jerusalem einberufen kann? An diesem Tage wird die heilige Stadt, die seit dreitausend Jahren so viele Pilger hat zu sich wallfahren sehen,, Juden, Christen und Muhammedaner, erstaunt sein, diese neuen Pilger zu sehen, die nicht das Schwert, nicht das Kreuz oder den Pilgerstab tragen werden, in denen sie aber dennoch besser die ihren wieder erkennen wird> denn sie haben kein anderes Ziel, als die ganze Welt zu einem neuen Zion zu gestalten, das auf Gerechtigkeit und Frieden begründet ist. Das nächste Jahr in Jerusalem! ALBERT MAURÜBER/ LANDUNG UND QUARANTÄNE (Aus dem „Palästinensischen Tagebuch".) Am 5. Juni, gegen 2 Uhr nachmittags, kam die palästinensische Küste in Sicht — wir hatten sie seit Stunden erwartet. Als die Nachricht sich verbreitete, traten alle ans Geländer und suchten hinüber. Einige, die durch Ferngläser blickten, behaupteten zu sehen, und alle, die hindurchblickten,. . sprachen es nach. Da sagte der Bukarester Zuckerbäcker, ein Mann, der während der ganzen Reise genörgelt und Predigten für seine freie Religion