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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 2 · p. 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gemeindeorthodoxie und Separatismus
Date
1923-01-01
Page
89 (sequence 11)
Language
German
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Max Eschelbacher: Der Sozialismus des alten Judentums 89 Jahren eine Verbindung zwischen den gesetzestreuen Vereinen, die außerhalb der Gemeinde, die für den konservativen Gemeindemitgliedern notwendigen Einrichtungen geschaffen haben, mit den Hauptgemeinden erfolgt. Es ist anzuerkennen, daß die in ihrer überwiegenden Mehrheit liberal gesinnten Gemeindekörperschaften den Wünschen der gesetzestreuen Kreise gegenüber weitgehendes Entgegenkommen gezeigt haben. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß diese Entwicklung auch weiterhin Fortgang nehmen wird. Wenn auch in Frankfurt und Berlin die obenerwähnten Forderungen in der Praxis verwirklicht sein werden, wird wohl bald die Zeit gekommen sein, in der auch die „Israelitiche Religionsgesellschaft" in Frankfurt a. M. und die „Adaß-Jisroel" in Berlin den Anschluß an die Großgemeinden finden können. * MAX ESCHELBACHER / DER SOZIALISMUS DES ALTEN JUDENTUMS 1. Um zwei Brennpunkte bewegt sich alles menschliche Leben, um das eigene Ich und um alle anderen. Das Judentum hat diesen beiden Elementen, dem Individuum wie der Gesamtheit, ihr volles Recht gegeben. Es stellt einen Einzelnen, Adam, an den Anfang der menschlichen Geschichte, und durch diese biblische Erzählung hat es einen überraschenden Einfluß auf die Theorien von der Natur und der Entstehung des Staates und der Gesellschaft ausgeübt. Die Erinnerung an Adam liegt, den älteren Schriftstellern bewußt, den neueren Autoren wohl unbewußt, den staatsrechtlichen und soziologischen Systemen zugrunde, die bei der Ableitung von Recht und Gesellschaft von einem einzelnen Menschen ausgehen. Die eigentümliche Vorstellung, sagt Georg Jellinek (Adam in der Staatslehre, Ausgewählte Schriften und Reden, Berlin 1911, II, S. 23 ff.)» welche die Naturrechtslehrer (also vor allem Hobbes und Rousseau) von der Entstehung des Staates hatten, sei bewußt oder unbewußt auf die Gestalt des Adam basiert. Ja, der biblische Adam, „das soziale Atom, das eine Welt zu erzeugen imstande ist", lebe in fremder Hülle weiter im — Robinson Crusoe. Denn „wenn wir das Knochengerüst dieser Erzählung aus der Hülle blühenden Fleisches herausschneiden, mit dem der Dichter es umgeben hat, so finden wir wieder den wohlbekannten Typus des Adam". Jellinek hebt hervor, daß die Hellenen, wie immer sie sich auch den Ursprung des Menschengeschlechts dachten, doch niemals von einem vereinzelten Individuum ausgegangen seien, daß die Menschen in ihren Mythe«

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