Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 7 (1923)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- David Frischmann
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 496 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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496 Umschau: Bildende Kunst seine Legenden und Erzählungen, seine kritischen Abhandlungen und Feuilletons, und seine Übersetzungen — jedes für sich hätte genügt, um ihm als einem der großen Schriftsteller unseres Volkes ein bleibendes Andenken zu sichern. Jakob Grünberg BILDENDE KUNST Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erwachte das Interesse am jüdischen Eigenleben wieder, und damit der Wunsch, die unterbrochene jüdische Kunsttradition von neuem anzuknüpfen. Unter dem Einfluß der klassizistischen Schule Goethes und Winkelmanns war die Meinung entstanden, daß man durch Kopie alter Meisterwerke vorzügliche Kunstwerke schaffen könne. Infolgedessen sammelte man in Kunstgewerbebibliotheken und Museen Originale und Abbildungen alter Kunstdenkmäler, um das Kunsthandwerk durch diese Vorbilder zu heben. Im Sinn dieser Kunstförderung suchte auch die 1920 gegründete Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Künstdenkmäler zu wirken. Unter großen Schwierigkeiten sammelte sie Abbildungen und Originale und regte zahlreiche Museen, jüdischer Gemeinden und einige Privatleute dazu an. Es ist nicht unberechtigt, •der Gesellschaft das Verdienst zuzusprechen, daß man sich seither mit größerem Eifer der Sammlung, Erhaltung und Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler zuwendet. Leider gelang es nicht, den Bestand in einem eigenen Museum auszustellen; 1908 veranstaltete sie «ine eigene Ausstellung im Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf, verschiedentlich beteiligte sie sich an größeren oder kleinen Schaustellungen. 1922 fanden die Sammlungen und der wissenschaftliche Apparat endlich ein würdiges Unterkommen im ehemaligen Rothschildschen Geschäftshaus, dem jetzigen jüdischen Gemeindeamt. Von dem ursprünglichen Ziel der Neubildersammlung wich man, wie die schönen Publikationen1) der Gesellschaft beweisen, mehr x) Bisher sind folgende reich illustrierte „Mitteilungen" erschienen: I. 1900 „Zweck und Ziel der Gesellschaft zur Erforschung und mehr ab. Heute ist das Ziel der Gesellschaft und damit der wissenschaftlichen Arbeit im Museum darauf gerichtet, die jüdischen Kunstdenkmäler um ihrer selbst willen und als einen wichtigen Teil der jüdischen Gesamtkultur zu erforschen. Bisher konnte nur ein kleiner Teil der vorhandenen Schätze der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, eine Fortsetzung dieser Publikationen ist aber heute nur möglich, wenn die Juden in allen Ländern die Arbeit fördern. Neben der finanziellen Hilfe ist insbesondere nach wie vor die Zusammenarbeit mit allen Institutionen und Privatpersonen der ganzen Welt nötig. Die durch den Krieg unterbrochenen Beziehungen zu Museen, Vereinen und Privatpersonen müssen alsbald wieder aufgenommen werden1); vor allen müssen alle Interessenten und Schwesterinstitutionen, besonders im Osten, durch leihweise oder ständige Überlassung von Abbildungen, von Notizen und von Originalen diese Bestrebungen fördern. Die Gesellschaft, die im Mittelpunkt Europas schon Örtlich am günstigsten für eine Zentrale zur Erforschung der jüdischen Kunstdenkmäler liegt, bietet die beste Gewähr dafür, daß sie ihre Arbeit mit wissenschaftlicher Genauigkeit und mit dem Blick für die großen Zusammenhänge leistet. Wer ihre Tätigkeit unterstützt, fördert die jüdische Kunstforschung und trägt dazu bei, daß das Stiefkind der jüdischen Wissenschaft bald den gebührenden Platz innerhalb der jüdischen Kulturarbeit findet. Erich Toeplitz jüdischer Kunstdenkmäler". IL 1901 „Über Bau und Ausschmückung alter Synagogen' III./IV. 1903 „Über alte Kunstgegenstände in Synagoge und Haus". IV./V. 1909 „Verzierte hebräische Schrift und jüdischer Buchschmuck". VI./VII. 1915 „Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen vom XL bis Anfang des XIX. Jahrhunderts". Notizblätter 1—13, die neben den Berichten über die Tätigkeit der Gesellschaft die Abbildungen und Notizen enthalten, die für eine „Mitteilung" ihres geringen Umfangs wegen nicht ausreichten. x) Zuschriften und Sendungen aller Art sind zu richten an: Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, Frankfurt a. M., Fahrgasse 146. Jüdisches Museum. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Ernst Simon, Frankfurt am Main Jüdischer Verlag, Berlin, — Druck von Julius Beltz in Langensalza