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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 4 · p. 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 4
Article
Palästina im Rahmen des Nahen Orients
Date
1921-01-01
Page
193 (sequence 1)
Language
German
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VICTOR JACOBSON / PALÄSTINA IM RAHMEN DES NAHEN ORIENTS1) Bis vor kurzem lag der Schwerpunkt der zionistischen Politik in den Verhandlungen mit verschiedenen Regierungen, die das Ziel verfolgten, eine nationale Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina zu errichten. Die erste Phase der zionistisch-politischen Arbeit ist mit einem großen Erfolge zum Abschluß gebracht worden. Damit ist aber die politische Tätigkeit nicht abgeschlossen und unnötig geworden. Sie ist in eine andere, viel wichtigere und viel schwierigere Phase getreten. Jetzt gilt es, das Erreichte zu sichern und weiter auszugestalten. Mußte die erste Phase naturgemäß eine „Arbeit auf Zeit" sein, di'e mit Erreichung des Zieles unnötig wird, so ist die zweite Arbeit eine dauernde, die so lange währt, wie das jüdische Gemeinwesen in Palästina überhaupt bestehen wird. Mußte die erste Arbeit naturgemäß in erster Linie mit den außerjüdischen und außerpalästinensischen Machtfaktoren rechnen, mit der türkischen Regierung und mit anderen Regierungen, die in der Orientfrage irgendwie interessiert waren, so sind jetzt die obersten Aufgaben: die Organisierung der jüdischen Volksmacht, die Schaffung und Sicherung der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Positionen in Palästina und die Gestaltung der Beziehungen der jüdischen nationalen Heimstätte zur Umwelt. Das soll natürlich keineswegs bedeuten, daß nunmehr jede politische Betätigung bei den „Völkern der Welt" überflüssig wird. Umgekehrt soll gerade jetzt *nit vielfach gesteigerter Energie eine eifrige politische Propaganda und Aufklärungsarbeit gemacht werden, um überall Sympathien für die jüdische Arbeit in Palästina zu erwecken und zu fördern. Diese aufklärende, propagandistische, diplomatische Arbeit wird auch fürderhin eine der Hauptaufgaben der zionistischen Leitung oder der „Jewish Agency", eines jeden die Geschäfte der jüdischen nationalen Heimstätte bestimmenden und leitenden politischen „Instrumentes" bilden. Neben und über dieser „diplomatischen" Aufgabe entsteht die wirkliche politische Aufgabe, die bis jetzt aus verständlichen Gründen im Hintergründe stand: die Aufgabe, die Beziehungen der jüdischen nationalen Heimstätte zur nächsten Umgebung zu bestimmen und in einer für die Entwicklung des jüdisch-palästinensischen Gemeinwesens günstigen und fördernden Weise auszugestalten. Es ist offensichtlich, daß diese nächste Umgebung mit der palästinensisch-arabischen Bevölkerung beginnt, wenn *) Der Verfasser stellt uns diesen Vorabdruck aus dem von Gerhard Holdheim im Auffrag des Berliner Bureaus der zionistischen Organisation herausgegebenen Handbuch des Zionismus«4 zur Verfügung. (Anra d. Red.) t Heft 4. .13

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