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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 3 · p. 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 3
Article
Von der Rechtsstellung der jüdischen Frau
Date
1921-01-01
Page
189 (sequence 8)
Language
German
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Umschau: Geschichte 189 Die lokale Rabbinerkonferenz, die im Februar 1921 in Jerusalem zusammentrat, hat viel zur Klärung derSituation beigetragen. DieProbleme, die dort zur Diskussion standen, zerfielen in zwei Gruppen, ebenso wie diejenigen, die in Verbindung mit der Frauenstellung erörtert worden sind. An erster Stelle war es notwendig, Maßnahmen für die Reorganisation der rabbinischen Gerichtshöfe zu treffen, zweitens war die Möglichkeit der Einführung gesetzgeberischer Maßnahmen zu erörtern, welche die Verwalter des jüdischen Rechts in Stand setzen konnten, den Anforderungen des modernen Lebens gerecht zu werden. Obwohl es sich dabei um aktuelle Fragen für die Juden in allen Ländern handelte, war es natürlich dieser lokalen Versammlung unmöglich, in diesen Angelegenheiten wirksame Beschlüsse auch für die außerhalb Palästinas Wohnhaften zu fassen. Hinsichtlich der zweiten Frage begnügte sich Rabbi Kuk (in der oben zitierten Rede) damit, die Prinzipien auseinanderzusetzen, welche die Einführung jeder legislativen Reform in Israel zu leiten haben. Aber hinsichtlich der für die Reorganisation der rabbinischen Gerichtshöfe erforderlichen Maßnahmen war es möglich, die Lage in Palästina zu behandeln, ohne zugleich den gigantischen Versuch eines Wiederaufbaus in der ganzen Diaspora zu unternehmen. So wurde ein oberster rabbinischer Rat für das Heilige Land errichtet. Die hierdurch entstehenden Ausgaben sind von der Landesverwaltung garantiert, so daß die mit der Ausübung der heiligen Pflicht betrauten Männer über jeder Versuchung stehen. Von nun an werden alle Rabbiner in Palästina nur dann amtlich anerkannt, wenn sie von der obersten rabbinischen Behörde bestätigt sind. Schließlich wurde ein Wahlsystem eingeführt, das die Gewähr dafür bietet, daß diese rabbinische Behörde stets ihren repräsentativen Charakter behält. S. Hands (London) GESCHICHTE Auch eine Geschichtskonstruktion Im Jahre 1907 erschien unter den von der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", herausgegebenen Schriften der erste Band von Prof. Dr. Martin Philippsons„NeuestenGeschichtedes jüdischen Volkes". In den fachmännischen und Laien- Kreisen, die mit den Dingen einigermaßen vertraut waren, erregte diese Publikation bedenkliches Kopfschütteln. Professor Philippson war zwar Historiker von Beruf, aber daß er deshalb schön befähigt erscheinen konnte, eine jüdische Geschichte zu schreiben, mußte nach seinem früheren Arbeitsgebiet nicht ohne weiteres als erwiesen gelten. Immerhin: die „Gesellschaft" erkannte ihrem Vorsitzenden, der zugleich an der Spitze des „Deutsch - Israelitischen Gemeihdebundes" stand, die Qualifikation zu, und Philippson selbst, der über Jost und Graetz als Theologen und Nichthistoriker zur Tagesordnung überging, legitimierte seine Eignung durch die Erklärung, den Mut zu de'm Wagnis gefunden zu haben, weil er den von ihm neu zu behandelnden Zeitraum der jüdischen Geschichte miterlebt hat, „und zwar an einer Stelle, wo die Fäden des gesamten judischen Wesens zusammenliefen, an der Seite eines Vaters, der die älteste und weitverbreitetste Zeitung des Judentums redigierte und an dessen innerer und äußerer Gestaltung ganz hervorragend mitschaffte. So wären mir die Fragen, um die es sich dabei handelt, von Kindheit an bekannt geworden, ja, gewissermäßen in Fleisch und Blut übergegangen." Das Resultat war im Grunde recht kläglich, jedenfalls kein leuchtendes Ruhmesblatt der „Gesellschaft", die durch die Erhebung auf den Schild des offiziellen jüdischen Historikers Martin Philippson keinen sonderlichen Gefallen erwiesen hatte. Die leidliche, von Klischee-Vokabeln und Phrasen allerdings reichlich durchsetzte Darstellung ist nämlich noch kein genügender Ersatz für den Mangel an Quellenkenntnissen und für die schablonenhafte, von historischer Erkenntnis unberührte Einstellung, die das ganze Buch erfüllt. Was wir vor üns sehen, karin allenfalls als eine Fleißarbeit angesprochen werden, bei der die Notizzettel nicht immer mit dem nötigen Überblick über das Ganze zusammengestellt sind. Es lohnte nicht mehr, heute auf das Buch zurückzukommen, wenn es nicht kürzlich in einer Neuauflage1), die von Herrn Dr. Paul R i e g e r besorgt wurde,, erschienen wäre. Diese Neuauflage, die sich „verbessert" nennt, erithält in der .Tat einige Änderungen, teils sachliche Berichtigungen, teils Konzessionen an das Taktgefühl und das jüdische Empfinden des Lesers, teils stilistische Korrekturen. Hier einige Proben. Philippson hatte es fertig gebracht, in einer neuesten Geschichte des jüdischen Volkes bei dem Bericht über den Standpunkt des jüngeren Portalis, daß die Juden x) Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a.M. 1922.

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