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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 3 · p. 180

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 3
Article
Übersetzungen ins Hebräische
Date
1921-01-01
Page
180 (sequence 1)
Language
German
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UMSCHAU PRESSERUNDSCHAU Übersetzungen ins Hebräische Wir entnehmen diesen Aufsatz, in demMoritzHeimann, von seinem (hier in Heft 12 des vorigen Jahrgangs besprochenen) Drama „Das Weib des Akiba" ausgehend, grundsätzlich Wichtiges zu der Verworrenheit und Richtungslosigkeit unserer literarischen Bestrebungen sagt, der Prager „Selbstwehr*'. Möge der Leser es mir zugute halten, daß ich miteiner persönlichen Bemerkung'anfange; sie ist in diesem Falle der geradeste Weg zur Sache. Herr Weltsch hat hier vor einigen Monaten mein Drama „Das Weib des Akiba" angezeigt und das Ergebnis seiner Untersuchung in dem Urteil zusammengefaßt, daß dieses Drama ein jüdisches Werk sei, mit den Mitteln der deutschen Sprache geschaffen. Er hat damit, ohne es zu ahnen, und zu meiner besonderen Genugtuung einen entscheidenden Punkt in der Entstehung und Entwicklung des Werkes getroffen. Den Stoff, d. h. Geschichte, Sage und Legende von Rabbi Akiba und seiner Ehe, habe ich schon in meiner Knabenzeit kennen gelernt. Mein erstes Verhältnis dazu ähnelte dem, das kürzlich Martin Buber als das seine bezeichnet hat: einem Befremden, das sich nur aus einem angeborenen und anerzogenen Respekt vor der Überlieferung nicht zum Unwillen steigerte. Früh schon, und hernach oft, kam der Gedanke mich an, aus der wunderlichen zweimal zwölfjährigen Ehetrennung ein Drama zu gewinnen, und immer beim Überdenken des Themas nahm ich Partei für die Frau, so sehr, daß ich Partei nahm gegen Akiba, so sehr, daß sich ein Sohn der beiden mir vordrang als der gesandte Richter über den geistigen Hochmut seines Vaters; ja, ich wollte den Sohn schließlich zu einem Überläufer machen, der nur deshalb in den Reihen der Römer kämpfte, weil sein Vater an der Seite Bar Kochbas stand. Das Zusammentreffen der beiden in der Schlacht schwebte mir als das Epigramm vor, bis zu welchem sich die dramatisch sittlichen Gegensätze steigern sollten. Indessen vorderhand blieb es bei der bloßen Absicht; andere Arbeiten erwiesen sich als zwingender, und manche der Intervalle des Interesses dauerten viele Jahre. Da eines Tages las ich, außerstande sie zu kontrollieren, eine Zeitungsnotiz, daß das hebräische Theater in Jerusalem mit Ibsens „Nora" eröffnet worden sei. Noch heute weiß ich nicht, ob die Nachricht stimmte, noch heute nicht, ob sie auch auf andere so wirkte wie auf mich. Mir,nämlich schien etwas Verkehrteres, Kläglicheres kaum denkbar; mir schien es, als ob der böswilligste Hohn es nicht besser hätte erfinden können. Ja, warum denn? wird man fragen. Ist nicht Ibsen ein großer, übernationaler Dichterp und „Nora" eines seiner Meisterwerke? Und wirklich, man konnte noch dafür dankbar sein, daß eine echte fortschrittliche, wahrhaft aufgeklärte und hochfein künstlerische, literarische Gesinnung nicht auf Wedekinds „Erdgeist" verfallen war, gleichfalls ein Meisterwerk, ohne Zweifel, und noch moderner und vielfach erprobt. Wenn ich freilich nun selbst versuchte, ein Drama zu bestimmen, das eine so bedeutende Epoche hätte feiern dürfen, wie die Eröffnung eines hebräischen Theaters in Jerusalem ist, für jeden Juden, bekenne er sich zum Zionismus oder nicht, so war ich in Verlegenheit. Außer „Jaakobs Traum** von Beer-Hofmann getraute ich mich keines zu nennen. Darf man also tadeln, was man nicht besser machen kann? doch wohl immer, wenn noch der sichere Ausweg bleibt: nichts zu . machen. Erst Stücke — und dann ein Theater, das ist die einzige würdige Reihenfolge; mögen Unternehmer anders denken, ein Volk hebt seinen eigenen Begriff auf, wenn es die Reihenfolge umkehrt. Erst Stücke, die gespielt werden müssen, und dann spiele man sie in der nächsten, besten Scheune. Um zu zeigen, daß man so gebildet ist, wie jeder europäische Durchschnittsbackfisch, braucht man nicht Jerusalem zu erobern. Damals war es, daß mir der Gedanke an Akiba und meinen alten Plan wieder auftauchte, und ich beschloß, an ihn zu gehen, als an einen Beitrag zu einem dereinst möglichen jüdischen Repertoire; es trifft also zu, daß ich das Drama mir aus dem Zuge der Schatten als ein jüdisch gewolltes holte. Aber freilich, wie ich dann anfing zu schreiben, schwieg der vorgefaßte Wille vom ersten Worte an. Denn es ist nun einmal so, daß ein Stück Welt, welches Kunstwerk werden

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