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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 2 · p. 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 2
Article
Das Freie Jüdische Lehrhaus in Frankfurt am Main
Date
1921-01-01
Page
120 (sequence 5)
Language
German
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120 Umschau: Erziehung Lehrerstand zusammenfassen und heben sollte. Die Akademie wurde dann anders als sein Wunschgebilde. 1918 in Krieg und Revolution, in Stellung, auf dem Rückzug, im Lazarett hatte er den „Stern der Erlösung" geschrieben, der 1921 erschien. Vorher, 1920, war die Abhandlung „Bildung und kein Ende" mit dem Untertitel „Wünsche zum jüdischen Bildungsproblem des Augen* Micks, im besonderen zur Volkshochschulfrage" erschienen. Diese zweiundzwanzig Seiten sind das eigentliche Samenkorn des Lehrhauses. Schon 1919 war Rosenzweig bei gelegentlichen Besuchen in Frankfurt mit Nobel und Eduard Strauß in Beziehung getreten. Im Januar 1920 begannen in Frankfurt jüdische Volkshochschulkurse, begründet von dem tatkräftigen und geistvollen Syndikus der jüdischen Gemeinde, von einer auf dem Gebiete jüdisch sozialer Arbeit verdienten Frau, von einem durch warmherzige Munifizenz hervorragenden Großkaufmann und von einem Rabbiner der jüdischen Gemeinde, der zu einer Säule des Lehrhauses wurde. Die Volkshochschulkurse brauchten einen Leiter. Nobel und Strauß holten Rosenzweig. Damit war das Freie Jüdische Lehrhaus entstanden. „Volkshochschulkurse" war ein Verlegenheitsausdruck gewesen. Das richtige Wort, war eben . Freies Jüdisches Lehrhaus. Die Tätigkeit Rosenzweigs begann mit dem ersten Lehrgang des zweiten Lehrjahres (Oktober bis Dezember 1920). Jetzt steht es im zweiten Lehrgang seines vierten Lehrjahres. Rosenzweig hat ihm mehr gegeben, als er versprochen hat, mehr als Zeit und Raum zur Aussprache. Er gab sich selber und mit sich ein Judentum, das seine Augen gesehen hatten, dessen Ewigkeit uns seine Augen im Lichte der Sonne zu sehen gelehrt haben. Der Lohn, dem ihm Menschen geben können, wird Liebe sein, die von seiner unmittelba/en Umgebung ausgeht und immer weitere Kreise erfassen wird. Kurz nach dem Tode Nobels (24. I. 22)" erkrankte Rosenzweig und läßt sich zurzeit, so weit ihn sein Zustand dazu zwingt, durch Rudolf Hallo vertreten, den er als den einzigen nannte, der das Werk in dem Geiste, in dem es begonnen ist, weiterführen könne. Jetzt noch einmal aufs Letzte. Was will und - soll das Lehrhaus? Es will und soll uns helfen, unser eigenes wahres Leben zu leben in Gemeinschaft mit denen, die dahin gegangen sind und mit denen, die kommen werden. Richard Koch Anhang: Die Programme des Lehrhauses Zweites Lehrjahr. Erster Lehrgang1) (Oktober bis Dezember 1920). Vorlesungen I. Grundriß: A. Das klassischejudentum 1. RabbinerMay: Die Thora. Die Schöpfung und die Väter. — In Egypten und am Sinai. — Opfer und Heiligkeit — In der Wüste.'— Im Land. 2. Rabbiner Salzberger: Die Propheten. Mose oder die Stiftung. — Samuel oder die Einigung. — Elia oder die Reinigung. — Arnos oder die Drohung. — Jesaja oder die Scheidung. — Jeremia oder die Verheißung. — Jecheskel oder die Auferstehung. — Sacharja oder der Neubau. B. Das historische Judentum. 3. Rabbiner Nobel: Geist der Halachd. 4. Rabbiner Seligmann: Geist der Haggada. C. Das moderne Judentum. 5. Richard Lichtheim: Die jüdische Welt Die jüdische Rasse (Herkunft und Abstammung der Juden der Gegenwart. Rassentheorien.) — Der Staat und die Juden (Wesen und Geschichte der Emanzipation in Ost und West. Gegenwärtige Lage.) — Die Juden im Wirtschaftsleben (Berufsgliederung. Verteilung. Wanderung.) — Jüdische Politik. (Die jüdischen Organisationen im 19. Jahrhundert bis zum Auftreten des Zionismus. Strömungen im Judentum der Gegenwart.) — Zionismus. Der Gedanke nationaler jüdischer Politik in Palästina und der Diaspora.) — Die Kolonisation Palästinas. 6. Franz Rosenzweig: Der jüdische Mensch. Die Erben der Geschichte: Der Zweifler; der Fromme. — Die Kinder der Zeit: Der Revolutionär; der Aristokrat. Der Treue; der Abtrünnige. Der Begabte; der Einfältige. — Die Säemänner der Zukunft: Der Heimkehrer; der Prophet. II. Einzelgegenstände: 7. Professor Hülsen: Die Kunst im Zeitalter der Bibel. (Mit Lichtbildern.) Die Baukunst Babels. — Die Baukunst *) Der erste unter* Rosenzweigs Leitung.

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