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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 2 · p. 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 2
Article
Perez
Date
1921-01-01
Page
97 (sequence 7)
Language
German
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Franz Rosenzweig: An Zion 97 Dem Prediger gleich hatte er aus langer Verzweiflung und Entgötterung eine göttlich verklärte Welt errungen, und mit schwermütig bewegter Seele übersah er, der Gealterte, alle Kämpfe und Verzweiflungen, alle ringenden Schicksalsschläge und manche Rettungen im Kreislauf des persönlichen, des volklichen und des menschheitlichen Lebens. Der Zuversicht dürfen wir sein, daß er in innerlich und göttlich verklärter Leidenschaft sich und sein Volk sah, und daß er in allem der Allmenschheit dienen wollte, ihr prophetisch sich verpflichtet fühlend. yotttt San w spo, sagt der Prediger. Das Ende der Sache, der Weisheit Schluß: das Ganze wollen wir hören, in allem die unendlich wirkende Macht. So dachte auch Perez. AN ZION DIE KLAGE DES JEHUDA HALEVI ZUM NEUNTEN AB DEUTSCH VON FRANZ ROSENZWEIG Zion! nicht fragst Du den Deinen nach, die Joch tragen, Rest Deiner Herden, die doch nach Dir allein fragen? West, Ost und Nordsturm und Süd, — o laß von ihnen den Gruß All Deiner Glieder, so fern, so nahe, Dir sagen. Gruß des, den Sehnsucht umstrickt, des Träne wie Hermons Tau; 0 sank' auch sie doch hinab zu Deinen Berghagen. Wein ich dein Leid, Schakal werd ich; träum ich Dich fronbefreit, Bin ich die Harfe, zu Deinen Liedern zu schlagen. Nach Machanajim, nach Bethel, Pniel hindrängt mein Herz, Und wo die Deinen noch sonst der Gottesschau pflagen. Hier kam der Höchste zu Dir herab; und der Dich erschuf, Brach Deine Tore gemäß den Himmelstor-Lagen. Und Gottes Lichtglanz umstrahlte Dich, — wie konnten da noch Sonne und Mond- und der Sterne Lichter Dir tagen? Wie könnt', die Seel* ich da auszugießen, wo Gottes Geist Auf Deine Großen sich goß — wie könnt' ich wohl zagen. Königspalast Du, du Gottesthron, wie dürfen des Knechts Enkel, zu sitzen auf Deiner Herren Thron, wagen. 0 trüge dort mich der Fuß, wo Deinen Sendboten Gott, Deinen Propheten er Antwort gab auf ihr Fragen. 0 hätt' ich Flügel, wie wollt' ich, mein zerrissenes Herz In Deinen Rissen zu bergen, hin zu Dir jagen. Aufs Antlitz sänk' ich, auf Deinen Boden, und Dein Gestein Herzt' ich, und liebkoste Deinen Staub mit Wehklagen; Und stünde dann vor der Ahnen Grüften durchschüttert ganz, In Hebron vor Deinen stolzesten Sarkophagen, Heft 2. 7

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