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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 1 · p. 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 1
Article
Die Aufgaben der zweiten Konferenz der palästinensischen Arbeiterschaft
Date
1921-01-01
Page
63 (sequence 6)
Language
German
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Umschau: Bildende Kunst 63 organisierter arabischer Arbeit ist. Das private Kapital — dessen Tätigkeit in Erez Israel nur gewünscht wird — wird immer die arabische Arbeit bevorzugen, wenn der jüdische Arbeiter nicht zeigen kann, daß die bessere Qualität seiner Arbeit den höhern Arbeitslohn rechtfertigt. Das kann er aber nur in den von ihm selbst auf eigene Verantwortung kooperativ geführten Unternehmungen beweisen. Gewerkschaftliche und kooperative Tätigkeit greifen ineinander. Ohne den Druck der Gewerkschaft werden die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt so schlecht sein, daß eine nicht auf mitleidslose Ausbeutung ihrer Genossen gestellte Kooperation konkurrenzunfähig sein wird. Und wiederum: ohne Kooperation keine fachliche Ausbildung, keine qualitative Leistung, kein Schutz in Zeiten der Arbeitslosigkeit, keine Möglichkeit der Konkurrenz mit der billigen Eingeborenenarbeit, kurz: keine Einwanderung. Also: ohne Gewerkschaft keine Kooperative, ohne Kooperative keine Einwanderung. Es ist die erste Pflicht des in Palästina investierten nationalen Kapitals, die kooperative Tätigkeit des jüdischen Arbeiters in Stadt und Land mit aller Macht zu fördern. Dies wird die Forderung der zweiten Arbeiterkonferenz an die zionistische Organisation sein müssen. Hugo Bergmann BILDENDE KUNST Zwei Künstler in Palästina (Ein Nachtrag) Als ich vor etlichen Monaten über die im Frühling veranstalteten Kunstausstellungen in Jerusalem berichtete, mußte ich leider darauf verzichten, den unzweifelhaft stärksten unter den hiesigen Künstlern zu erwähnen, aus dem einfachen Grunde, weil er sich weder an der Ausstellung des„Bezalel", bei dem er als Lehrer wirkt, noch an derjenigen der Vereinigung jüdischer Künstler beteiligt hatte. Damals war ich geneigt, Abel P a n n zu zürnen, daß er sich von dem Kreise der bildenden Künstler in Palästina ausgeschlossen hatte. Heute, da er uns in einer eignen Ausstellung entgegentritt, wird seine Isolierung verständlich. Sein Schaffen in Palästina ist durchaus als ein Gesamtwerk zu würdigen, und einzelne Teile aus dem Gefüge des Ganzen herauszunehmen gliche der Auflösung eines kunstvollen Blumengewindes in seine Bestandteile. In dem Raum, der sich — trotz sehr mangelhafter Beleuchtung — um seiner Originalität willen als Jerusalems Ausstellungssaal durchgesetzt hat, in dem uralten Davidsturm hat die Pro Jerusalem Gesellschaft in zwei kleinen Turmsälen eine Ausstellung von Abel Panns Bildern veranstaltet. Der eine Saal enthält Bilder, die zum großen Teile aus Panns vorpalästinensischer Zeit stammen: russischer Schnee, russische Märkte und Bauernmädchen, Kinder, Straßen, Juden — alles mit einer so frohen Liebe für Licht und Farbe gemalt, daß in den meisten Bildern die Form nur ein Vorwand für die Vereinigung der Farben ist. Zwischen diesen Bildern einer kräftigen europäischen Wirklichkeit tauchen schon einige auf, die in palästinensisches Licht (grundverschieden vom nordischen, aus dem die einzelnen Farben bunt hervortreten) getaucht sind, die den ganzen Zauberduft der palästinensischen Landschaft als reiner Landschaft und als Schauplatzes legendärer Begebenheiten atmen. Wie sich dieses Erlebnis der-palästinensischen Landschaft zu einem ganzen Werk gestaltet hat, zeigt sich im zweiten Saal, der hundert Bilder zum Buch Genesis enthält. Man tut Pann unrecht, wenn man seine Bibelbilder als einzelne Gemälde werten will, in deren jedem sich seine ganze Bibelkonzeption zu einem Symbol zusammendrängt. Panns Schöpfungen sind nichts anderes und wollen nichts anderes sein als eng an den Stoff gebundene Illustrationen zur Bibel. Indem er den ungeheuren Stoff in hunderte von einzelnen Teilen zerlegt — im ganzen sind ca. 500 Bilder zur Bibel geplant — kann er seinen Empfindungen ihm gegenüber in allen Abstufungen, vom Erhabenen bis zum Humorvollen und Lieblichen Ausdruck geben. Das Letztere, das Liebliche, Lyrische ist der Grundzug seiner Seele, und darum hat er beides — die Landschaft sowie die aus ihr erwachsene Legende — in lieblich-lyrischen Tönen geschaut. Die zarte Pastellfarbe, deren er sich durchweg bedient, wird ihm zum Instrument des Ausdruckes für ein in süße Farben gebadetes Märchenland, in dem sich die holdesten Märchendinge begeben. Bilder wie die Jakobsleiter oder Joseph der Traumdeuter, oder einige der Gan-Eden- Bilder atmen den ganzen Zauber einer palästinensischen Nacht, in der alles in Äther und Traum zerfließt. In einigen ist die reine Anmut japanischer Holzschnitte fast erreicht. ,

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