Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 7 (1923)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Paulus, der Bekehrer
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 44 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Frax*z Rosenzweig: gesagt worden. Wahrheit, die sich im Dasein bewährt, und Wahrheit, die sich durch stets erneutes Aufglühen der Seele bezeugt — heiliges Sein und das Werden des Unbedingten stehen einander gegenüber. Das ewige Volk bedarf so nicht der Wunschgestalt des religiösen Genies: unsere großen Lehrer waren das nicht. Ihnen war gesagt und sie sprachen. Sie haben nicht aus seelischen Energien zunj Glauben an etwas oder gar an sich selber bekehren müssen. Dem jüdischen Meister ist nicht die Gnade und gotterfülltes Erlebnis das, worum es geht, sondern gottgegebener Inhalt seines Auftrags. In der Persönlichkeit des religiösen Genies hat der Gottmensch des Christentums sein seelisch-irdisches Spiegelbild. In Rom, unter Kaiser Nero, ist Paulus der Bekehrer hingerichtet worden. Nicht als der große Heidenapostel, dem sein Erlebnis den christlichen Taufnamen gab, sondern mit Juden und Judenchristen ging er als Jude, der er einst gewesen, in den Tod. Ein zwiefach Lebendiger, der Januskopf des Weltschicksals: wir werden keinem solchen „Doppelten" mehr begegnen. Der bekehrte Heide zeigt nur noch das eine von der Glorie der christlichen Heiligkeit umstrahlte Angesicht. GELOBT! EIN HYMNUS DES JEHUDA HALEVI1) DEUTSCH VON FRANZ ROSENZWEIG J dich rühme ich; dein Recht, durch mich leucht1 es weit. Horch, ein Ton - gehorch ich schon, Frage schmilzt und Widerstreit. nicht, wie wenn Lehm den Töpfer: „Was Und glich* es dem tust du!" zeiht? Den, bange ich, empfange ich zu Turm und Wehr und Sicherheit. *) 10»!V (Luzxato Nr. 65, Harkavy II 104 ff., Brody III 230 ff.).