Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Moses Hess
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 747 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wilhelm Robert F Ii e ss : Vom Lebendigen 747 Fluch der Stabilität lastete von nun an auf den Kindern Israels und einem ,Gespenste gleich wandelten sie seitdem durch die lebendige, von dem Geiste Gottes bewegte Welt und konnten nicht sterben und nicht auferstehen. Das verjüngende Prinzip des Judentums, des Messianismus ist erloschen." Indem Hess aber diesen Glauben an den Messianismus wieder erlangte, ward er selber, der Prophet des Kommunismus und Humanismus, zum Messianisten, der.die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit durch das Geschichtsvolk der Juden hergestellt glaubte. „Jeder Jude hat den Stoff zu einem Messias in sich." WILHELM ROBERT FLIESS / VOM LEBENDIGEN „Wir haben zwar Detailwissenschaften, aber noch keine Weltwissenschaft; wir kennen den Zusammenhang alles Lebens noch nicht/* Moses Hess, „Rom und Jerusalem". Könntest Du nicht einmal in einem jüdischen Blatt über die Periodizitätslehre schreiben und dort ihre Bedeutung schildern für ein neu gegründetes Land, für ein aufstrebendes Volk? Denn sie hat diese Bedeutung. Ihre tiefere Selbsterkenntnis stört und wandelt die Stunde des Einzelnen, und er wird auf eine neue Art an die Gemeinschaft gekettet. Und auf eine neue Art für die Gemeinschaft verpflichtet. Ich erinnere Dich an unser Gespräch, mein Freund, und ich fordere, daß Du es laut werden läßt." Dies sagten mir neulich die vertrauten Schriftzüge eines befreundeten Historikers. „Wenn", mußte ich ihm antworten, „es für Dich der Hauptsinn dieser neuen Wissenschaft ist, einem Volke zu nützen, so wäre es müßig, mit Dir um den Standpunkt zu rechten. Sie ist reich genug, um auch Dich zu befriedigen. Du vergißt aber: leicht läßt sich auf irgendeine Erscheinung hinweisen, übersehenes Ereignis des täglichen Lebens, dem die neue Erklärung gegeben, der neue Platz angewiesen wird unter folgenschweren Naturwundern, — aber die Nutzanwendung für die Gevatterschaft...! Die will sie so, so bar und blank, als ob die Wahrheit Münze wäre. . ." „Weißt du, was ein Chaluz ist?", schrieb mir mein Freund zurück, „kennst du die Ausmaße seines Herzensverstandes? Wes Herz in Zion ist, kann der „Geld, wollen in seinen Gürtel"? Nicht zum Volke, zu unserm Volk sollst Du sprechen. „Die Religion in ihrer Vollendung", sagt Hess, »ist das geistige Band, welches den Schöpfer mit der Schöpfung verbindet, der unendliche Faden, dessen Ende in den Anfang zurückläuft, die Brücke, welche von Schöpfung zu Schöpfung, vom Leben zum Tode, vom Tode zum Leben führt, welche den Menschen nicht nur theoretisch das Absolute er- 4**