Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1920/21
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 392 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau: Statistisches bei der Gesamteinwanderung 45,6 Dollars, bei den Italienern 31,2 und bei den Juden nur 30,8. Aber auch diejenigen, die Geld bei. der Landung vorzeigen konnten, . werden es meist von ihren amerikanischen Verwandten erhalten haben. In diesem Zusammenhang verzeichnet die Statistik, daß von den 119,036 Juden 116,566 zu Verwandten gereist sind und bloß 2470 zu Freunden usw. Werfen wir noch einen Blick auf den Analphabetismus unter Juden. Das Ein Wanderungsgesetz von 1917 hat das Landungs verbot für Analphabeten über 16 Jahre (mit wenigen Ausnahmen) eingeführt Es ist nun interessant festzustellen, daß der Prozentsatz der Juden größer ist als der Gesamteinwanderung und daß fast 94% der Juden auf die weiblichen Analphabeten entfallen. Dieser größere Prozentsatz der jüdischen Analphabeten hängt offenbar mit dem größeren Prozentsatz der Frauen. unter den jüdischen Einwanderern zusammen. Die Juden haben */5 aller Analphabeten ausgemacht (Italiener fast die Hälfte) und die jüdischen Analphabetinnen 11,23% aller eingewanderten Jüdinnen über 16 Jahre. (Unter Analphabeten wurden, auch diejenigen gerechnet, die zwar nicht schreiben aber lesen konnten). Von den Einwanderern gaben 6i°/0 als Bestimmungsstaat New York an, 7,5% Pennsylvania, 4,5% New Jersey, 3,5% Ohio, 3°/o Michigan und nur 1,1% Kalifornien usw. Deportiert wurden 1921 4717 Personen, darunter 134 Juden oder 2,9% (^20 1,9%)• Von der Landung ausgeschlossen wurden 13779 Einwanderer oder i,7°/o> darunter 1195 Juden oder 1 °/0 aller jüdischen Einwanderer und 8,6% aller von der Landung ausgeschlossenen. Unter den 1195 ausgeschlossenen Juden waren 695 wegen der Befürchtung, daß sie der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fallen werden (Mittellosigkeit, körperliche Schwäche u. dgl.) (11,8%), 113 als. blinde Passagiere (4>9%)j 8$ UDer 16 Jahre als Analphabeten (5»7%)> 64 ohne regulären Paß (25%), 52 wegen physischen Defekts (8,3%), 46 als Kontraktarbeiter (4,6%), 26 wegen ansteckender Krankheiten (6,7%), 16 wegen Trachoma (4%), 9 wegen Favus (Kopfgrind) (31%), je 1 wegen Prostitution (1,3%) und Verbrechen (0,55%)» und 90 aus diversen anderen Gründen. (Die Prozentsätze in den Klammern beziehen sich auf den Anteil der Juden an allen aus dem betreffenden Grunde ausgeschlossenen Einwanderern.) ANHANG Die Berufe der Juden nach der amerikanischen Einwanderungsstatistik 1291. I. Freie Berufe 1557 (Lehrer 582, Elektriker 164, Musiker 139, Rabbiner u. dgl. 113, Literaten, Gelehrte 107, Aerzte 80, Schauspieler 53, Ingenieure 46, Bildhauer und Künstler 41, Juristen 28, Baumeister (Architekten) 16, Redakteure 13, Staatsbeamte 4, Diverse 171.) II. Gewerblich Vorgebildete 21,402 (Herrenschneider 5753, Commis und Buchhalter 3327, Damenschneider 2389, Schneiderinnen 1974, Schuhmacher 1020, Fleischer 652, Bäcker 645, Zimmerleute und Tischler 577, Friseure 415, Mode- und Futzarbeiter 342, Maler und Glaser 304, Maschinisten 242, Uhrmacher 239, Hut- und Kappenmacher 238, Mechaniker 223, Schmiede 208, Drucker 200, Felzarbeiter 173, Schlosser 169, Weber und Spinner 167, Photographen 133, Lokomotiv und ähnl. Mechaniker 131, Klempner 129, Juweliere 110, Buchbinder 78, Kunsttischler 76, Maurer 64, Müller 61, Metallarbeiter 60, Seeleute 55, Gerber 50, Bleigießer 46, Eisen- und Stahlarbeiter 40, Tapezierer 38, Gärtner 37, Bergleute 28, Zigarrenarbeiter 27, Sattler und Riemer 23, Holzarbeiter 20, Zigarettenarbeiter 16, Zigarrenpacker 16, Steinmetzger 11, Heizer 10, Textilarbeiters, Brauer 4, Wagner 4, Tabakarbeiter 2, Musterarbeiter 2, Stukkaturarbeiter i, Diverse 865.) III. Diverse Berufe 31,476 (Dienstboten 13,398, Ungelernte Arbeiter 9,414, Kaufleute, Händler usw. 5»°52» Landwirtschaft^ Arbeiter 1,076, Agenten 154, Farmer 131, Manufaktur 59, Kutscher und Fuhrleute 56, Hoteliers 30, Fischer 21, Bankiere 14, Diverse 1,669.) Osias W.aschitz (Triest) Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Gustav Krojanker, Berlin. - Jüdischer Verlag. Berlin. — Druck von Zahn & Baendel, Kirchhain N.-L.