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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 6 · p. 391

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 6
Article
Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1920/21
Date
1921-01-01
Page
391 (sequence 5)
Language
German
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Umschau: Statistisches 391 Der Anteil der gewerblich Vorgebildeten ist Im Verhältnis zum Vorkriegsdurchschnitt um fast 50% gesunken, dagegen der der freien unid diversen Berufe, sowie der Beruflosen gestiegen (Tab. XI). Unter den gewerblich Vorgebildeten (gelernte Arbeiter) überwiegen noch immer die Schneider mit über 47°/0, dann kommen Buchhalter und Kommis mit 15,5%. Der Rest verteilt sich auf die Übrigen Handwerke. Die freien Berufe (Tab. XI) haben ihr Vorkriegskontingent fast verdoppelt und sind von einem Durchschnitt von 0,7 auf 1,3 °/0 gestiegen (worunter 30% Lehrer). Ein Beweis der großen Proletarisierung bezw.Verdrängung der jüdischen Intelligenz. Wenn wir die Verhältniszahlen der wichtigsten Gruppen der gewerblich Vorgebildeten und diversen Berufe im letzten Fiskaljahr mit dem Jahr 1906 vergleichen, das eine noch stärkere jüdische Auswanderung aufzuweisen hatte als 1921, erhalten wir folgendes Bild (Tab. XII und XIII). Tabelle XII. Gewerbl. Vorgebildete 1921 1906 Herrenschneider Damenschneider Schneiderinnen Schuhmacher 26.88 o/o 11.16 „ 9.22 „ 4.7 „ 36.0 %*) 4.45 „ 7.0 n 4.6 „ Tabelle XIII. Diverse Berufe 1921 1906 Dienstboten Ungelernte Arbeiter Lantwirt. Arbeiter Kaufleute, Händler usw. 42.5 o/° 26.8 ff 3.4 ,, 16.05 „ 40.38 % 34.38 „ 7.02 „ 14 33 „ *) Prozentsätze im Verhältnis zur Gesamtzahl der jüd. gewerbl. Vorgebildeten bezw. der diversen Berufe berechnet. Unter diversen Berufen, die 26,44°/0 der Gesamteinwanderung bildeten (bei einem Vorkriegsdurchschnitt von 17,20%) ist, im Vergleich zu 1905/6, die Ziffer der Dienstboten (42,5%) und Kaufleute und Händler (16,05 %) gestiegen, die der ungelernten (Taglöhner) (26,8%) und landwirtschaftlichen Arbeiter (3,4%) gesunken (Tab. XIII), Die Beruf losen partizipierten mit 54,26% an der totalen jüdischen Einwanderung 1920/21 (bei einem Durchschnitt 1898—1914 von nur 43j3o%)- Davon sind 34675 Kinder unter 16 Jahren mit 53,6% ohne weiteres abzuziehen. Verbleiben 29 926 für Frauen und tatsächlich Berufslose, welche letzteren höchstens 8—10 % ausmachen können, wenn man die große Zahl der Ehefrauen und Witwen berücksichtigt, die da eingerechnet sind. Es wäre gewiß voreilig aus obigen Ziffern zu schließen, daß die Zusammensetzung der jüdischen Auswanderung eine Aenderung dahin erfahren hat, daß die gewerblich Vorgebildeten, also Handwerker in Europa so pauperisiert sind, daß sie nicht einmal auswandern können, daß dagegen Kaufleute, Händler u. dergl., sowie viele freie Berufe und Arbeiter, die als Folge des langjährigen Krieges in keinem Spezialfach unterkommen konnten, daher als sogenannte ungelernte Arbeiter bezeichnet, in größerem Maße als bisher das Welte suchen. Die über den allgemeinen Prozentsatz große Zahl der Frauen und Kinder (Beruf lose), sowie der weibl. Dienstboten (div. Berufe) drückt natürlich auf den Prozentsatz der gewerblich Vorgebildeten. Für die Besitzverhältnisse der Auswanderer haben wir keine verläßlichen Daten. Von den 119,036 jüdischen Einwanderern zeigten 12393 Dollars 50 oder mehr und 17561 weniger als Dollars 50, so daß 75% überhaupt kein Geld vorzeigen konnten. Auf den Kopf berechnet war das vorgezeigte Geld Tabelle XIV. Analphabeten über 16 Jahre. Totaleinwanderung über 16 Jahre 658 615 Judeneinwandeuung über 16 Jahre 84361 Gesamtanalphabeten 28 556 Jüdinnen über 16 Jahre 43 267 hiervon Analphabeten 28 556*) hiervon Analphabeten 5 904**) hiervon Juden 5 904 hiervon Analphabeten 5 535 Prozentsatz 1920/21 1919/20 4.3 6.9 20.6 ***) 11.23 4.3 6.9 20.6 f) 11.23 *) Darunter 3491 männlich (12,22%) und 25165 weibliche (87,78%). **) Darunter 369 männliche (wovon 64 des Uesens kundig 6,25%) und 5535 weibliche (wovon 384 des Lesens kundig) 93,75%. ***) Jüdinnen über 44 Jahre 22,5 %. f) Jüdinnen über 44 Jahre 4,5%.

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