Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus dem religiösen Leben der Ostjuden
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 349 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus dem religiösen Leben der Östjuden 349 oder durch jemand andern vornehmen läßt, je nach den_ materiellen Verhältnissen bestimmt. Alle hundertundsechzig Münzen müssen in einem Haufen zusammen sich befinden (160 R). Von dieser ganzen.zusammenliegenden Münzenmenge werden nun mit dem hebräischen Aphabet der Reihe nach, aber ganz tonlos mit den Lippen nach innen und keineswegs nach außen bewegt, da die Macht von R jetzt vorläufig bloß potentiell vorhanden und-noch nicht in Wirkung getreten ist, siebzehn (= R) Münzen gezählt und getrennt für sich beiseite gelegt.. In derselben Weise werden hierauf wieder für sich einundzwanzig (=R) und sechsundzwanzig (=R) Münzen abgezählt und abgesondert von einander weggelegt. Es liegen nun getrennt nebeneinander drei gezählte Münzsummen u. zw. 17, 21 und 26, von denen jede für sich R ist. Diese drei Münzhaufen müssen getrennt von einander bleiben, da sie zusammengelegt die Summe, von 17 21 4" 26, die Zahl 64 ergeben würden, und, wie wir schon wissen, 64 D ist. Nachdem nun von der ursprünglich 160 Münzeinheiten ergebenden Summe drei Gruppen von zusammen vierundsechzig Münzen weggezählt worden sind, verbleiben in dieser nunmehr 96 Münzeinheiten. Jetzt wird von diesen restlichen 96 Münzen gleichfalls mit dem hebräischen Alphabet, diesmal aber schon laut mit nach außen bewegten Lippen, da jetzt R bald in Wirkung treten soll, der Reihe nach von eins bis vierundsechzig gezählt. Kaum ist aber der Zählende bei der Zahl vierundsechzig (64 D) angelangt, muß er sofort und unvermittelt die Zahl fünfundsechzig sagen, da durch Hinzutritt des 1 (=R) zur Zahl 64 (=D) die Macht des D (= 64) paralisiert wird und nicht in Wirkung treten kann. Nun entsteht aber durch Hinzutritt der Zahl 1 (= R) zur Zahl 64 (= D) die Zahl 65, die, wie oben dargelegt, gleichfalls =D ist. Um nun die Macht des in der Zahl 65 ausgedrückten D nicht zur Wirkung kommen zu lassen, werden unverzüglich, fast gleichzeitig mit der Nennung der Zahl 65die zuerst gezählten und von einander getrennt liegenden drei Münzhaufen 17 + 21 + 26 (= 3 X R) mit den gezählten fünfundsechzig Münzen zusammengemischt. Die in diesem gemeinsamen Münzhaufen sich befindenden vier Potenzen von R (17 -f 21 + 26 -f 1) überwiegen nun die von D (64 -f- 65), indem sie — nämlich die 4 X R — dadurch, daß sie zusammengelegt und vermischt würden, in volle Wirkung getreten sind. R besiegt D und hat den Kranken ausgelöst. Im Anschluß an diese Handlung folgt ein, im rein kabbalistischen Geiste, besonders für diesen „Pidjon Nefesch" verfaßtes Gebet, in dem uns die Gnade des Sieges von R über D sowie um Rettung und Auslösen des Kranken X Sohn (bezw. Tochter) der Y gebeten wird. Die bei der Vornahme des oben beschriebenen Pidjbn Nefesch zusammengemischten (17 + 21 -f 26 -f- 1 + 64 =) 129 Münzen werden nun als Auslösegeld für den Kranken an einen oder mehrere würdige Arme geschenkt. Der von der ursprünglichen Summe zurückgebHebene" Resfe d, i. (160—129) einunddreißig Münzen, verbleibt als Gnadengeschenk Gottes d. h. „phessed El"