Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Das wirtschaftspolitische Interesse an Palästina
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 329 (sequence 1)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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DAS WIRTSCHAFTSPOLITISCHE INTERESSE AN PALÄSTINA Einige Zitate *) 1. Nun gibt es ein Mittel... . für England einen neuen Weg nach Indien, den kürzesten, zu schaffen . . . Das Mittel ist die Herstellung eines autonomen jüdischen Vasallenstaates in Palästina, ähnlich wie Aegypten, unter der Suzeränität des Sultans . . England hätte den Vorteil, daß sofort die Eisenbahn quer durch Palästina vom Mittelmeer nach dem Persischen Meerbusen gebaut würde oder im Anschluß an die -vom Verkehrsbedürfnis bald erzwungene - Bahn durch Persien und Balutschistan (everit. Afghanistan) nach Indien. Herzl In einein für Lord Salisbury bestimmten Brief vom i. Dezember 1896. Palästina ist aber auch ein Verkehrsproblem geworden, weil es the shortest way to India vorstellt, nein den kürzesten südlichen Weg nach ganz Asien, da der neue nördliche im ausschließlichen Besitze Rußlands ist. Von der Küste des Mittelmeeres nach dem Persischen Golf wird, muß eine Bahn gebaut werden, die nur die Juden bauen können. Jetzt weiß man ja schon, was man noch vor dreißig Jahren in den Staatskanzleien seltsamerweise nicht wußte: was ein kurzer Weg wie etwa der Suezkanal bedeutet Die Lösung der Palästinäfrage — ich sage nicht mehr der Judenfrage — ist ein Komplement der jüngsten Vorgänge in Asien. Herzl an den Fürsten Bülow 18. März 1899.**) 2. Der Hafen von Haifa wird eine große Entwicklung nehmen, da von ihm die transkontinentale Automobilstrasse und später die Bahnlinie ausgehen kann, die Mesopotamien mit dem Mittelmeer verbinden wird. Daily Telegraph vom 6. Mai 1921. Man weiß seit langer Zeit, daß das Marineministerium Haifa große Wichtigkeit beimißt, und die Gründe, die seinen Gesichtspunkt bestimmen dürften, sind der Betrachtung wert. Sie beleuchten sowohl die vergangene Geschichte Palästinas als auch die Richtung seiner möglichen künftigen Entwicklung . . . Das Projekt der Bagdadbahn setzte ein in Konstantinopel *) Vgl. Buber, Kongreßnotizen zur zionistischen Politik (Heft 1 dieses Jahrganges). **) Diese beiden Zitate sind der vom Jüdischen Verlag vorbereiteten dreibändigen Ausgabe der Tagebücher Theodor Herzls, eines menschlichen und geschichtlichen Dokuments ohnegleichen, entnommen. Hefte