Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Von den russisch-jüdischen Beziehungen
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 731 (sequence 10)
- Language
- German
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Bemerkungen; Von den russisch-jüdischen Beziehungen I3i werden. Dazu ist vor allem nötig, daß die beiden Völker, auf die Vermittlung der von den Massen losgelösten Pseudo-Vertreter endgültig verzichtend, ohne sich hinter irgend welchen Pseudonymen und Masken, sei es russischen seitens der Juden oder allgemeinmenschlichen und internationalistischen seitens der Russen, verbergend, frei und ehrlich als zwei verschiedene Einheiten, die •sich verschiedener Formen bedienen, die vielleicht auch verschiedene Wege gehen, die aber doch beide für Ewigkeitsziele leben, gegenübertreten. Die schweren Leiden, die das russische Volk jetzt auf seinen Schultern trägt, und die nur noch mit dem jüdischen Wundern, nach allen diesen Heldentaten des Geistes und nach allem Leiden, nach diesem merkwürdigen, vierzig Jahrhunderte dauernden Leben Israels, es vor irgend einem Antisemiten Angst zu haben braucht? . . a Am meisten schätzte er in dem Juden „den Glauben an den lebendigen Gott, und das starke Gefühl seiner menschlichen und nationalen Persönlichkeit", trotzdem er die Polarität des Judentums verstand: „Durch die ganze Menschheitsgeschichte, von ihrem Anbeginn bis zu unseren Tagen durchziehend (was man von keinem anderen Volke sagen Martyrium zu Vergleichen wären, haben etwas fatales und verhängnisvolles an sich. Es scheint fast, als ob Rußland an seinem verbluteten Körper die Sünde des Westens abbüßen muß, damit aus den schmerzlichen Wehen und schweren Kämpfen eine neue Welt geboren werde. Wenn die Seele des russischen Volkes aus dieser Krise geläutert hervorgeht, dann werden vielleicht die Vorr Stellungen von Edom und Antichrist aus den Beziehungen der Juden und Russen verschwinden, um einer brüderlichen Annäherung Platz zu geben. Moses Beilinson kann), stellt das Judentum eine Art Achse der^Weltgeschichtedar; infolge dieser zentralen Bedeutung des Judentums in der geschichtlichen Menschheit, offenbaren sich in diesem Volke alle positiven wie auch negativen Kräfte der menschlichen Natur mit ganz besonderer Schärfe". Auch Solowjeff hat sich Palästina, allerdings nur in letzter Wendung der Geschichte, als von Juden bevölkert und unter ihrer autonomen Verwaltung stehend, vorgestellt; den Juden schreibt er die letzte Erhebung gegen den Weltantichrist zu.