Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Der Verstoßene
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 500 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5oo S. J. Agnon: S.J. AGNON/DER VERSTOSSENE [Aus dem Heirai sehen von Jtfax Strauß] II. Kapitel Stätten der Hirten i. Am Ausgang des Ruhetags. Niemals ist der Schnee so schön wie an den Sabbathausgängen im Winter. Wem gleicht der Schnee in diesen Nächten? Federn und Engelsflügeln, die auf die Fluren geworfen werden. Es ist gerade, als ob die Erzengel Israel aus der Fülle ihrer weißen Flügel beschenkt hätten. Aus verborgenen Himmeln fällt der Schnee, und die Dunkelheit der Nacht mischt sich mit ihm. Welten werden enthüllt und still verdeckt. Der Schnee fällt unaufhörlich und breitet sich über dunkle Stege und Wege wie ein schöner Teppich, der vom Himmel vor die Füße der Gerechten fiel, wenn sie am Ausgang des heiligen Sabbath ausgehen, um beim Mahl des König David, Friede sei über ihm, zu sitzen. Seitlich von den Wegen steht die Schenke, von den Gnaden der Nacht umgeben. Ihr Dach ist mit Schnee bedeckt, und die Geheimnisse des Sabbath krönen sie, und die Schar derer, die den Siebenten heiligen, sitzt und zieht das Strahlen des Sabbath noch hin. Die Magd heizte den Ofen, und das Herz der Gäste wardwarm. Das Feuer sang im Ofen, und das Haus ward voll Wärme. Da schwanden die Geister der Kälte und alles wurde in Gnade und Licht gehüllt. Und die Hausfrau nahm einen großen Eimer und ging in den Stall, um die Kühe zu melken und ihnen Futter zu geben. Ein Duft stieg vom Haus auf und von den fetten Kühen, die auf der Streu lagen und wiederkäuten. Als das Licht der Kerze aufglänzte, zwinkerten sie mit den Augen und ganz langsam erhoben sie sich, streckten den Kopf von dem schweren Körper und brüllten. Die Wirtin befühlte ihren Euter und sagte: Vielleicht werden die Kühe Milch geben, wenn es auch nicht ihre Zeit ist, und ich schöpfe die Sahne davon und mache eine leckere Speise für den Rabbi! Und sie bückte sich bei jeder Kuh, wischte den Euter ab und drückte allenthalben. Die Kühe sperrten das Maul auf und kauten, und ihre Milch floß und rann in den Eimer, bis der letzte Tropfen auf das schmutzige Heu träufelte. 2. Schlüssel der Hölle. Und Rabbi Uriel schob es immer wieder hinaus, Hawdala zu machen, und mit sehr großer Festigung sang er die Lieder zum Sabbathausgang. Und wer nur ein Fünkchen von wahrem Glauben in sich hatte, der wußte, solange