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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 7 · p. 414

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 7
Article
Die Araber in Palästina
Date
1920-01-01
Page
414 (sequence 1)
Language
German
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BEMERKUNGEN Die Araber in Palästina Seitdem Palästina durch die Heere Groß- Britanniens von dem schweren Druck der Türkei befreit und gleichzeitig die Balfoursche Erklärung veröffentlicht wurde, hat die arabische Frage in Palästina eine besondere Bedeutung für uns Juden gewonnen. Wer sind die Araber in Palästina, und welcher Art sind ihre Beziehungen zu der national-arabischen Bewegung einerseits und zu der national-jüdischen Bewegung anderseits? Vor der Erörterung dieser Frage ist einiges über die national-arabische Bewegung im allgemeinen zu sagen. Bekanntlich hat die Bewegung schon unter der türkischen Herrschaft bestanden, und ihr Ziel war die Befreiung der arabischen Länder von dem Joch ihrer Unterdrücker. Trotz der Verfolgung durch die Beamten der türkischen Regierung, die das Geheimnis der Ausübung einer Herrschaft über fremde Völker nicht, verstanden, trotz der Grausamkeiten und des Despotismus des türkischen Diktators in Syrien und Palästina während des Krieges, Djemal Paschas, der die Häupter und Führer der Bewegung zur Abschreckung aufhängen ließ, hat sich die national-arabische Bewegung in einem gewissen begrenzten Maße verbreitert und verstärkt. Ja, dieser Despotismus hat sogar die Erbitterung und Empörung bei der ganzen führenden arabischen Intelligenz gesteigert und dadurch die Bewegung gekräftigt. Dennoch aber ist es ihr nicht gelungen, alle Araber zu erfassen, die in den weiten Gebieten der ehemaligen asiatischen Türkei wohnen, selbst in den letzten Monaten nicht, in denen sie einen Höhepunkt erreichte und sich in eine imperialistische panarabische Bewegung verwandelte. Die aufgespeicherte Empörung kam nicht einmal bei den städtischen Arabern zu wirklichem Ausbruch, noch viel weniger bei den ruhigen Fellachen, der Landbevölkerung, die sich jedem Joch schweigend beugen, gleichgültig, ob es das der türkischen Beamten oder das der reichen Effendis ist. Während die britischen Heere im Süden an den Toren Palästinas standen, hielten die Araber den türkischen Herren noch die Treue. Nur die Beduinenstämme im Hedschas, die immer von Zeit zu Zeit gegen die türkische Regierung revoltiert hatten und sich der Militär- und Steuerpflicht nicht unterwarfen, schlössen sich in diesem günstigen Augenblick den Feinden der Konstantinopler Regierung an und beteiligten sich nach Kräften an dem Kampf, den sie für ihre Unabhängigkeit von der Türkei führten. Als dann die Türkei aus allen Ländern vertrieben war, in denen kein einziger türkischer Einwohner lebte, aus Palästina, Syrien, dem Libanon, Mesopotamien und der ganzen arabischen Halbinsel, da wurde der Emir Faisal, der Sohn des Scherifs vom Hedschas, der an der Spitze der aufständischen Beduinenstämme gekämpft hatte, auch in den Augen der städtischen Araber, hauptsächlich der Araber von Damaskus, zu einem Nationalhelden. Er wurde in Damaskus, dem Zentrum der nationalen Bewegung in Syrien, mit offenen Armen empfangen, und diese Bewegung selbst verwandelte sich nunmehr in eine panarabischimperialistische, die die Freiheit aller Länder vom Taurus bis zum Indischen Ozean und ihre Zusammenfassung zu einem selbständigen Föderativstaat fordert, der von jeder europäischen Regierung unabhängig ist, Der syrische Kongreß in Damaskus, dessen Mitglieder nicht etwa vom Volke gewählt waren, sondern ernannt wurden, oder sich selbst ernannten, hielt es für nötig, der Welt jenen Staatsstreich zu bescheren, der all diese donquichotischcn Bestrebungen, die die Grenzen der politischen Logik und des wahren Nationalgefühls überschreiten, zum Ausdruck brachte. Die damals erfolgte Krönung des Emir Faisal zum König über das vereinigte Syrien (den Libanon und Palästina eingeschlossen) und Mesopotamien, sowie die Halbinsel Arabien außer dem Hedschas, dem Staate seines Vaters, beruhte keineswegs auf dem Willen des arabischen Volkes und hatte keinerlei feste Grundlage. Es gibt eine ganze Reihe von Tatsachen, die dies beweisen. Alle Einwohner des Libanon, auch die Mehrheit der Bewohner von Beirut, die das Protektorat Frankreichs

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