Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein missglückter Versuch
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein mißglückter Versuch 81 A. Folgende Mitglieder des Zentral-Komitees der Alliance Israelite universelle: i. Mr. M. Erlanger, 2. Mr. Grand Rabin de France Zadoc Kahn, 3. Mr. L. Lehmann, 4. Mr. N. Levin, 5. Mr. I. Loeb, Sekretäre der All. Israelite, 6. Mr. J. Rosenfeld, 7. Mr. Dr. Sonnenfeld — Vertreter des Baron Moritz von Hirsch. B. Oberrabbiner J. Mohilewer aus Bialystok, 2. S. Simmel aus Berlin^ 3. Dr. Hildesheimer aus Berlin, 4. Mr. J. Syrkin, 5. Mr. P. Rabinowitz aus Warschau. — Die unter B. bezeichneten Herren — Delegierte der russischen Vereine zur Beförderung der Kolonisation in Palästina — machten den Mitgliedern des Zentral-Komitees der All. Isr. universelle nachstehenden Antrag, mit der Bitte, demselben ihre prinzipielle Zustimmung und der eventuellen Verwirklichung der geplanten Organisation die wichtige Unterstützung der All. Isr. universelle angedeihen zu lassen: In Erwägung, daß ein starker Bruchteil unserer russischen Glaubensgenossen zur Ansiedlung in Palästina, Syrien und anderen Ländern der asiatischen Türkei entschlossen ist, das bisherige Fehlen jeder Organisation dieses Emigrationswerkes aber schon jetzt ernste Mißstände hervorgebracht hat und für die Zukunft noch ernstere Mißstände hervorzubringen droht, in fernerer Erwägung, daß das Zuströmen Kauflustiger nach Palästina, sowie Privater als Vertreter von Vereinigungen eine den Ankauf fast unmöglich machende, jedenfalls wesentlich erschwerende und so das ganze Kolonisationswerk gefährdende Preissteigerung von Grund und Boden zur Folge hatte, welche nur beseitigt resp. gemildert werden kann, wenn der Bodenankauf von einer Zentralstelle aus erfolgt, in fernerer Erwägung, daß eine große Anzahl relativ Bemittelter nach den genannten Ländern die Auswanderung plant, weil aber ihre Mittel zur Übersiedlung, zum Ankauf und zur Kultivierung eines ihren Bedürfnissen entsprechenden Areals und zum Unterhalt bis zur Ertragsfähigkeit ihres Feldes nicht ausreichen, diesen Plan nur ausführen kann, wenn ein diesem Zwecke geltendes Institut ihnen Vorschüsse (hypothekarische Darlehen) gewährt, in endlicher Erwägung, daß unter unseren russischen Glaubensgenossen das opferbereite Verlangen nach Selbsthilfe, der sehnsüchtige Drang, aus eigener Kraft, durch eigene materielle Leistungen die Ansiedlung russischer Juden in den genannten Ländern zu fördern, sich regt, dieses Verlangen nicht durch unmittelbare Spenden (was das Landesgesetz verbietet) sich betätigen kann, wohl aber durch geschäftliche Beteiligung an einem diesem Zwecke geltenden finanziellen Unternehmen, wird beschlossen: Eine auf Aktien gegründete Bank „Bank für Bodenerwerb in den Ländern der asiatischen Türkei" ins Leben zu rufen, welche zum Zwecke haben soll: H«ft 2. 6