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Der Jude · 1916-06-01 · Heft 3 (Juni 1916) · p. 183

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 3 (Juni 1916)
Article
Jüdische Volkslieder
Date
1916-06-01
Page
183 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Jüdische Volkslieder *83 Übertragung; Warum sollen wir sorgen. Um den kommenden Morgen! Laßt uns lieber ins Gleiche bringen, Was wir gestern Böses begingen. Nicht sorgen und nicht stöhnen, Nur Gott gedient! Dann werden wir uns des Übels entwöhnen, Ginsburg und Marek Nr, 20. Eine Philosophie, die das Böse von Grund aus leugnet. Wir lebten gestern und haben gestern gesündigt, so werden wir auch morgen leben. Alle Schmerzen sind ein Schemen, nur Eines bleibt und ist die Rettung: Gott dienen. Dasselbe Thema, realistischer, humorvoller angefaßt, behandelt das folgende Liedchen: Wu nehmt men karge Mehl, Af zu backen Breit? Wer wet borgen, Wer wet laihen, Wer wet kneten, Wer wet backen? — Es is nito kein Geld! Ai, mi wet borgen, Mi wet laihen, Mi wet kneten, Mi wet backen, — Es is do a Gott, Wos wet geben Geld, Un Graupen auch! Ginsburg und Marek Nr. 21. Den Optimismus tatsächlich auf die Ato hu, Geleibt bistu! Nit zu kennen Dem Mentschen, Wer es nehmt dos zu. Gott is a Harr, Der Mensch is a Narr. As es geiht ihm nit Sain Parnosse, Is er sich mzär. Geiht er in Gass, Stellt er sich sorgen. Geiht er Zwischen die Kromen, Kriegt er nit zu borgen. Übertragung: Wo nehmen etwas Mehl, Um Brot zu backen? Wer wird borgen, Wer wir leihen, Wer wird kneten, Wer wird backen? — Kein Geld ist dal Ach, man wird borgen, Man wird leihen, Man wird kneten, Man wird backen, — Ein Gott ist da, Uns Geld zu geben, Und Graupen auch! Spitze treibt erst das folgende Lied: Übertragung: Ato hu, Gelobt bist du! Du bist der Gerechte, Wer kennt den Menschen, Der dich ergründen möchte! Ein Herr ist Gott» Der Mensch — ein Spott. Fehlt ihm sein Auskommen, So betrübt er sich sehr. Geht er in die Gasse, Steht er und sorgt. Geht er Zwischen die Läden, Krietjt er nichts geborgt.

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