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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 7 · p. 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 7
Article
Die goldene Kette
Date
1918-01-01
Page
337 (sequence 15)
Language
German
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J. Seidmann: Von den unvollendeten Seelen, den Dämonen und der Hülle des Friedens schildern versucht und unseres Ermessens mit bedeutendem Erfolg. Der Dichter hat die Probleme in ihrer ganzen Größe aufgerollt Die drei Grundmotive des Dichters: Erlösung, Wunderglaube und Wissen werden innerhalb eines durchaus jüdischen Rahmens wirkungsvoll behandelt. Nur rinden wir, daß der Dichter in den dramatischen Brennpunkten zwischen innerem Beweggrund und äußerem Anlaß nicht fein und streng genug unterscheidet. Berlin Raf ael^Seligmann VON DEN UNVOLLENDETEN SEELEN, DEN DÄMONEN UND DER HÜLLE DES FRIEDENS (Aus dem Buche Sohar) Buch I, S. 47b—48 a „. . . Die Gott schuf zu vollenden", alles zu festigen und zu vervollkommnen an jedem Tage und hervorzubringen Geister und Seelen und sogar Geister und Wesen der Unterwelt. Und wenn du meinst, daß diese nicht Vervollkommnung der Welt sind, so ist dem nicht so; denn sie werden Vervollkommnung an der Welt, um zu züchtigen durch sie die Schuldner der Welt. Denn jene gehen wider diese, um sie zu strafen. Und was nach links geht, vereinigt sich mit der linken Gewalt, wider sie. Darin dienen sie der Vervollkommung. Komm her, sieh, was über Salomo geschrieben steht: „Und Ich werde ihn mit Menschenruten strafen und Plagen der Menschensöhneu. Wer sind die Plagen der Menschensöhne? Das sind diese Dämonen. Komm her, sieh! In der Stunde, da sie erschaffen wurden, brach die Heiligkeit des Tages an, und sie blieben Geister ohne Leib. Und sie sind die Geschöpfe, die sich nicht festigten und Grund faßten. Und von der linken Schöpfergewalt sind sie die Schlacke des Goldes. Und weil sie sich nicht festigten und innen zerrissen sind, wohnt der heilige Name nicht in ihnen und fügt sich ihnen nicht an. Und ihre Angst ist vor dem heiligen Namen, und sie zittern und fürchten vor ihm, und der heilige Name wohnt nicht an zerrissenem Ort. Und komm her, sieh! Jener Menschensohn, der sich innen zerriß, da er keinen Sohn auf dieser Welt zurückließ, wenn er von ihr weggeht, fügt er sich dem heiligen Namen nicht an, und man läßt ihn nicht eingehen in den Vorsaal, weil er zerrissen und unvollkommen ist. Und Bäume, die unfruchtbar blieben, bedürfen der Pflanzung zum zweiten Male, weil der heilige Name sich vervollkommnet in allen Gewalten, und Zerrissene sich ihm ewig nicht anfügen. Und komm her, sieh! Diese zerrissenen Geschöpfe entstammen dem Höchsten und entstammen dem Tiefsten, und darum fügen sie sich nicht dem Höchsten und fügen sich nicht dem Tiefsten an. Und das sind die, über welche geschrieben steht: „.. . die G°tt schuf zu vollenden", da sie nicht nach dem Höchsten und Tiefsten vervollkommnet wurden. Und meinst du: da sie Geister sind, warum nicht nach dem Höchsten? Aber weil sie sich auf der Erde nicht nach dem Tiefsten vervollkommneten, wurden sie nicht vollkommen im Höchsten.

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