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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 4 · p. 191

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 4
Article
Jakob Gordin und das jüdische Theater
Date
1918-01-01
Page
191 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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Martin Buber: Chassidisches 191 heit in der erwähnten autobiographischen Skizze. Was ihn über die Menge der bühnengewandten Tageslieferanten erhebt, ist der Ernst der Gesinnung, das Bewußtsein, im Dienste einer hohen, volkserzieherischen Mission zu stehen. Eine Tugend moralischer und nicht künstlerischer Art, aber von großer Bedeutung in einer Zeit, in der neben der Talentlosigkeit auch die Gesinnungslosigkeit das öffentliche Leben beherrschte. Es konnte nicht der alleinige Zweck dieser ausführlichen Darstellung sein, Kunde zu geben von einem Mann, den der Zufall auf die Bretter warf, der sich mit vielem Geschick ins Unvermeidliche fand, und indem er um sein tägliches Brot warb, ein gottgefälliges Werk zu tun glaubte. Es galt vielmehr, einen Einblick zu gewähren in das psychische Räderwerk jener Welt, die sich ostjüdische Gemeinschaft nennt und die der eigentliche anonyme Autor des Theaterstückes ist, wie zu jeder Zeit das Publikum der Vater seines Theaters war. Ihre geistigen Horizonte, ihre seelischen Nöte, ihr Sehnen und Irren galt es aufzudecken für alle die, die am werdenden Kulturwerk des Ostens Anteil nehmen. Daß der Autor dieser Zeilen — wiewohl er sich der bei wissenschaftlicher Betrachtung gebotenen Objektivität möglichst befleißigte und sich nirgends davon abhalten ließ, die erkannte Wahrheit auszusprechen — doch im Gegensatz zu den vielen journalistischen Gelegenheitsschreibern deutscher Zunge an die Berufung des jüdischen Theaters als mächtigen Kulturfaktors glaubt, erübrigt sich zu sagen. Warschau Michael Weichert nsere Weisen sprachen: Wisse, was oberhalb von dir ist. Das deutete der KJ Apter also: Wisse, was oberhalb, ist von dir. Und was ist dies, was oberhalb ist? Ezechiel sagt es: „Und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt anzusehen wie ein Mensch darauf oberhalb." Wie kann das von Gott gesagt werden? Heißt es doch: „Wem wollt ihr mich vergleichen, daß ich ihm ähnlich wäre, spricht der Heilige." Und ebenda: „Welche Gestalt wollt ihr mir vergleichen?" Aber es ist so, daß die Gestalt, anzusehen wie ein Mensch, von uns ist. Es ist die Gestalt, die wir mit dem Dienste unseres wahrhaften Herzens bilden. Damit schaffen wir unserm Schöpfer, dem Bild- und Gleichnislosen, ihm selber, gesegnet sei er und gesegnet sei sein Name, eine menschliche Gestalt. Wenn einer Barmherzigkeit und liebreiche Hilfe erweist, bildet er an Gottes rechter Hand. Und wenn einer den göttlichen Krieg kämpft und das Übel verdrängt, bildet er an Gottes linker Hand. Der oberhalb auf dem Throne ist, von dir ist er. CHASSIDISCHES Wir bilden Gottes menschliche Gestalt Martin Buber

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