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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 1 · p. 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 1
Article
Hermann Cohen
Date
1918-01-01
Page
41 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Chassidisches: Der Baalschem über den Krieg. Der unreine Vogel. Lehrer und Irrlehrer Nur ein bedeutender Philosoph wie Hermann Cohen konnte jenen Gedanken,, den Gedanken seiner Generation, der in Zweiheit entstanden ist und gelebt hat, zu einem grandiosen System erheben. Groß ist die Tragödie dieses genialen Juden, größer ihre Ironie, die Ironie unseres Schicksals unter den Völkern. Vitznau am Vierwaldstättersee Jakob Klatzkin CHASSIDISCHES Der Baalschem über den Krieg Der Magid von Meseritsch fragte einst den Baalschem: „Meister! Du hast uns gelehrt, es gebe nichts unbedingt Böses in der Welt, denn ein Korn des Guten sei in allen Dingen. Was ist denn am Kriege Gutes zu finden?" Der Baalschem antwortete: „Aus dem unendlichen Leid wird unendliche Klage, aus der unendlichen Klage wird eine Melodie, die zwingt die Herzen der Menschen und zieht sie zu Gott". Mitgeteilt von Dr. S. A. Horodezky. Der unreine Vogel Rabbi Chajim von Neusandez sprach: „Unter den unreinen Vögeln, von denen uns die Schrift zu essen verbietet, ist auch der Vogel Chassida, das ist der Storch. Es ist uns durch unserri Lehrer Raschi überliefert, daß dieser Vogel deshalb Chassida, der Liebreiche, heißt, weil er gegen seine Genossen liebreich ist. Warum aber kennzeichnet ihn dieser Name unter den unreinen Vögeln? Weil er nur gegen seine Genossen liebreich ist"* Lehrer und Irrlehrer Der Sohn des Neusandezers, der Rabbi von Tarnobrzeg, sprach: „Warum werden wohl in den Sprüchen der Väter die Jünger Abrahams und die Jünger Bileams, nicht aber diese selbst einander entgegengestellt? Weil der große Gegensatz erst in den Schülern offenbar wurde. In ihnen selber war er noch tief verborgen und im Äußeren nicht erkennbar. Dieser trug schöne Linnengewänder und jener trug schöne Linnengewänder, dieser hatte seinen Anhang und jener hatte seinen Anhang, dieser gab vor dem Höchsten zu dienen und jener gab. vor dem Höchsten zu dienen. Erst in ihren Werken und Jüngern tat sich ihr wahres Wesen kund." Mitgeteilt von Feldrabbiner Dr. Elieser Frankel.

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