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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 12 · p. 742

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 12
Article
Palästina und die Erneuerung der Gemeinschaft
Date
1917-01-01
Page
742 (sequence 3)
Language
German
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742 Adolf Böhm: schaft, ihrer Institutionen, ihrer ganzen Struktur im Sinne der Gerechtigkeit und Echtheit. Wir müssen die palästinensischen Verhältnisse so gestalten, daß die Lockungen, die den Habgierigen, den Herrschsüchtigen und den Streber hinführen, bei uns geringer sind als irgendwo anders, daß, wer kommt, nichts zu erwarten hat als den Grund, auf dem er frei und redlich leben kann, so hoch bauen wie er will, aber nicht sich ausbreiten und fremde Kraft mißbrauchen. Berlin Ludwig Strauß urch die Veränderungen, die der Weltkrieg im Gefüge des Lebens der X-/jüdischen Massen hervorgebracht hat, sind der national jüdischen Bewegung mächtige Antriebe zu erhöhter Aktivität nach zwei Richtungen erwachsen. Die neuen Perspektiven für Palästina erfordern eine Konzentration der Kräfte des Zionismus für die Nutzbarmachung aller Möglichkeiten der Kolonisation, andererseits verlangt die Lage der Ostjuden eine unmittelbare intensive Aktivität aller nationalgesinnten Kreise. Wir sahen, wie diese Antriebe spontan eine Kongreßbewegung in allen Ländern, wo Juden in größerer Anzahl wohnen, entfacht haben, die in allen Schichten der Judenheit, bis tief hinein in die assimilatorischen Kreise, lebhaften Widerhall fand. Die aktivste jüdisch-politische Gruppe, die Zionisten, sind vor die Aufgabe gestellt, ihre Ideen zur Lösung der Judenfrage zum erstenmal vor einem allgemeinen jüdischen Forum zu entwickeln und eine Zusammenarbeit mit andern jüdischen Gruppen, soweit es nur irgend noch mit ihren Prinzipien vereinbar ist, anzubahnen. In diese Lage versetzt, versuchen die Zionisten und Nichtzionisten ihre Theorien zu klären und sie gegeneinander kritisch abzugrenzen. Der Natur der Probleme entsprechend, steht im Vordergrund der Erörterungen die Frage, wie sich der Zionismus zum Galuth und zur Arbeit im Galuth stellt Zwei Aufsätze im Heft 9 dieser Zeitschrift beschäftigen sich mit diesen Fragen. Dr. R. Seligmann spricht über „Bejahung und Verneinung des Galuth" und Heinrich Margulies über „Das Galuthproblem im Zionismus". Seligmann setzt sich mit den extremen Bejahern und Verneinern des Galuth auseinander. Unter Verneinern des Galuth können, obzwar er dies nicht ausdrücklich sagt, nur die Zionisten gemeint sein, zu deren theoretischem Inventar eine gewisse Art der Verneinung des Galuth gehört. Diese „gewisse Art" ist aber weit entfernt von dem, was Seligmann in sehr heftiger Weise als „kulturfeindlich und reaktionär" bezeichnet. Er spricht von den Galuthverneinern, die versuchen, „den ganzen Entwicklungsgang der jüdischen Geschichte bis zu ihrem vermeintlichen Ausgangspunkt zurückzuschrauben, die unermeßliche dem jüdischen Volke zuteil gewordene Bereicherung des Gemüts und Vervielfältigung des nationalen Lebens zu verpönen und zu beseitigen, um nur eine Nation, wie alle andern zu werden"; die ferner „die mühsam errungenen Schätze wie einen hemmenden Ballast von sich wegwerfen, um nur . . . eine Nationalität unter Nationalitäten, ein Staat unter Staaten mit allen ... inhärierenden Attributen zu werden"; die weiter die Begebenheiten der jüdischen Geschichte „vergessen und wegdenken" ZUR GALUTHTHEORIE DES ZIONISMUS

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