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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 10-11 · p. 727

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 10-11
Article
Die nationale Gliederung in Galizien und der Bukowina
Date
1917-01-01
Page
727 (sequence 3)
Language
German
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Daten und Materialien 727 ment von vornherein eine geringfügige Rolle, und die Juden verteilen sich auf die deutsche, die ruthenische und die rumänische Sprache, so daß wir das einfache Subtraktionsverfahren, das wir mit einigem Vorbehalt bei Galizien anwenden konnten, hier nicht gebrauchen können. Wir können aber nichts destoweniger aus den Zahlen selbst Rückschlüsse ziehen, und soweit wir an ihnen einen Anhaltspunkt haben, werden wir erkennen, daß es hier allem Anschein nach vorwiegend die deutsche Sprache ist, unter deren Deckmantel sich die jüdische Bevölkerung der Bukowina ähnlich verbirgt, wie die Juden Galiziens unter der polnischen. Wiederum beginnen wir zunächst mit der Tabelle der Selbständigen aller Berufe: Deutsch Polnisch Ruthenisch Rumänisch Daron Juden Gr. A Gr. B Gr. C Gr. D 6003 5969 9333 8721 1804 15« 538 2259 48305 I5M 1212 5875 41775 1066 714 5858 1925 > 3757 9231 i 5877 30026 6lI2 56906 49413 | 20790 An der Gruppe C ist deutlich ersichtlich, daß fast alle Juden als deutschsprachig figurieren, denn die Gesamtsumme der Anderssprachigen beträgt 2464, während die der Juden 9231 erreicht. Auch an der Gruppe B kann man ähnliches erkennen. Damit erweist sich aber der ganze als deutsch reklamierte Besitzstand in der Selbständigen-Rubrik, der hinter dem ruthenischen und rumänischen an dritter Stelle erscheint, als völlig fiktiv und als in Wirklichkeit jüdisch! Folgert man von jenen beiden Gruppen auf die Gesamtlage, was — mit der üblichen Einschränkung — durchaus gerechtfertigt erscheint, so. ist der weitaus größte Teil der 20790 selbständigen Juden in der mit 30026 bezifferten deutschsprachigen Gruppe enthalten, so daß in Wirklichkeit nicht die Deutschen, sondern die Juden an dritter Stelle erscheinen und insbesondere in den Gruppen B und C weitaus die Führung besitzen und selbst innerhalb der Verwaltung an erster Stelle erscheinen. Dasselbe Bild ergibt sich bei den Berufstätigen: Deutsch Polnisch Ruthenisch Rumänisch Davon Juden Gr. A Gr. B Gr. C Gr. D 19732 16739 18035 14403 5610 4683 2075 3420 I56989 5346 4001 9504 139 831 4289 2328 9431 536l » 9827 I68l8 8360 J 68909 15788 I75840|l55879 } 40366* Und schließlich die Berufszugehörigen: Deutsch Polnisch Ruthenisch Rumänisch Daron Juden Gr. A Gr. B Gr. C Gr. D 40804 456*87 51103 31185 IO946 II 846 60l6 7409 265829 13 ho IO39I 15892 240502 10437 6lOO l6177 I24I7 , 25529 47191 17788 168779 36217 305222 2732l6| }l02925 Oder gekürzt: Deutsch Polnisch Ruthenisch Rumänisch Daron Juden Bodenbearbeitg. Wirtschaftsleb. Verwaltung 40804 IO946 265829 240502 I24I7 9679O 17862 23 5°* 16537 y 72720 31185 7409 15892 l6177 17788 168779 3^217 305222 273216 }l02925 Das Endresultat lautet: 1. Die Bukowina ist ein vorwiegend agrarisches Land, dessen bodenbestellende Grundbevölkerung in erster Reihe ruthenisch, sodann rumänisch ist. 2. Auf dieser Grundschicht baut sich ein Wirtschaftsleben auf, das zu 50% den Juden zu verdanken ist, während sich in die restliche Hälfte nicht weniger als 4 Nationen zu annähernd gleichen Raten zu teilen haben. 3. Die Verwaltung scheint zu gleichen Teilen auf rumänischen, ruthenischen, jüdischen und deutschen Schultern zu ruhen. Die Polen spielen keine Rolle, und was das Deutschtum betrifft, so hat es dort vorwiegend nur an den Juden seine Pioniere; der eigentliche nationaldeutsche Anteil dürfte sich auf 30—40900 Bauern, 20000 Handel- und Gewerbetreibende und 15000 der Verwaltung, dem Militär und den freien Berufen Angehörende beschränken. Selbstverständlich ist von diesen wiederum nur ein Teil reichsdeutscher, der Rest deutsch-österreichischer Herkunft. Heinrich Margulies Hebräische Bewegung Aus einer Übersicht über die hebräische Bewegung im abgelaufenen Jahre, welche die amerikanische Wochenschrift Hathoren veröffentlicht, seien die folgenden, bei uns fast unbekannten Daten über Amerika wiedergegeben : Das hebräische Zentrum in Amerika ist noch jung, in gewissem Maße aufgebaut auf den Ruinen hebräischer Zentren von Rußland, Palästina und Galizien. Man wird erst einige Jahre nach dem Kriege beurteilen können,

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