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Der Jude · 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 113

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 2 (Mai 1916)
Article
Jüdische Volkslieder
Date
1916-05-01
Page
113 (sequence 2)
Language
German
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Jüdische Volkslieder "3 Alle reiden: Er is Einer, Iber ehm is keiner! Godeil bo-eljeinim, Dogul ba-tachteinim, Elieinim w'tachteinim usw. Alle künden, Alle reden; Er ist Einer, Über ihm ist keiner. Großer in den Höhen, Erhabener in den Gründen. In Höhen und in Gründen usw. Ginsburg und Marek Nr. I. Über die einzelnen Stücke ist meines Wissens bisher nichts erschienen. Was ich, der ich nur die schönsten Lieder durch eine nahe Übertragung, die möglichst nur eine Mitteilung in hochdeutscher Sprache sein soll, einem weiteren Publikum zugänglich machen möchte, sonst bemerke, geschieht mit Zögern und mit Vorbehalt. — Dieses Stück, ein Lob auf den Einzigen, dem alle herrlichen Eigenschaften anhaften, ist offenbar in Anlehnung an das bekannte Hagadalied „Adir hu" gedichtet, welches in alphabetischer Reihenfolge Gott, seinen hohen Eigentümlichkeiten entsprechend, anruft, daß er „das Haus ia Bälde baue". Das „Bet" ist in diesem Liede mit „Bochur" (Auserwählter) und nicht, wie in unserm Stück, mit „Boruch" vertreten. Gewiß hat sich diese natürliche Verwandlung — las „Bet" hat auf „Boruch" nähern Anspruch als auf „Bochur" — im Volksmunde vollzogen« Unser Lied ließe sich nach dem Hagadahymnus um noch zwanzig Strophen erweitern. Der hohe — Tochter du main, Liebste du fain, Odom horischon geiht In der Welt arain. Er geiht, er geiht, er geiht, — Far a lieben Chosson-Mann Geih-ze nehm ihm on! — Nein Voter, nein. Es ken dos gor nit sain, As Odom horischon Soll main Mann sain! Zi wet er mir kennen Mfarnesä sain? — Tu sog ze mir far wos? — Der Chet vim Eiz-ha-Daass Wet doch bai ihm sain! Darum will ich sitzen Ba dir af'n Schoiss, Wie a Tochter ba ihr Voter, Bis ich well weren groissf Hell *. 1 Israels. (Übertragung:) — Tochter du mein* Liebste du fein, Adam, der Ur-Mann, geht In die Welt hinein* Er geht, er geht, er geht, —• Als lieher Bräutigams-Mann. So geh und nimm ihn an! — Nein, Vater, nein, Das kann nicht geschehn, Du wirst mir den Adam Zum Mann nicht ersehn, Wird er auch in Sorgen Zur Seite mir gehn? — So sag mir nur, warum? — Die Sünde des Baumes Wird mit ihm erstehn. Drum will ich sitzen Auf deinem Schoß, Als deine Tochter .t Bis ich ward grnö. 8

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