Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Die jüdische Rasse
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 300 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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300 Constantin Brunner: Samaritaner, welche in gerader Linie von den 726 vor Christo bei Zerstörung des Reiches Israel in Samaria wohnen gebliebenen Israeliten herstammen sollen: nach Huxleys Untersuchungen stimmen sie in ihrem Physiognomietypus mit den übrigen Juden völlig überein, sie, welche „den alten Typus in seiner Reinheit bewahrt haben und heute die einzigen, wiewohl degenerierten Vertreter der alten Hebräer sind"* Die dritte Kontrolle liefern uns die Kohanim und Levijim unter den Juden, die größtenteils heute noch auch die Namen Cohen und Levi führen*): ihnen war die Ehe mit Nichtjuden und zum Judentum Übergetretenen auf das strengste untersagt, und sie haben sich bis in die neueste Zeit nach den Verboten gerichtet und umschanzt gehalten: dennoch zeigen sie keinerlei Abweichungen von den übrigen Juden, auch anthropometrische Messungen ergaben keine Unterschiede; so daß also der Schluß auf einen, trotz Vermischung, in der jüdischen Allgemeinheit erhalten gebliebenen Rassentyp unanfechtbar erscheint. Wie wäre wohl dieser spezifisch jüdische Typ näher zu bestimmen, oder deutlicher : welche ist die Stellung der jüdischen Rasse unter den übrigen Menschheitsrassen? Es wäre leicht, eine große Anzahl von Klassifikationen aufzuzählen. Aber das kann unterbleiben, weil sie allesamt einander widersprechen und aufheben und keine stichhaltig sich erweist. Daher ich, statt es weitläufig zu machen und die Meinungen andrer herzusetzen, daß alle die hinfälligen sich hier mit einander herumschlagen, hinfallen und sterben, statt dessen nur meine Meinung hersetze, die mit allem Tatsächlichen zusammenstimmt und, wie ich hoffe, stehen und leben kann. Sie wird vielleicht nach dem Tode der jetzigen Anthropologen allgemeiner angenommen oder nach 500 Jahren, nachdem die Emanzipation der Juden wirkliches Leben gewonnen hat (eine nicht unmögliche Veränderung: man stelle sich vor, wie es vor 500 Jahren gewesen!) und wenn erst ein mehr auf die Tatsachen gegründeter und gerechterer Zungenschlag über die Juden sich regt als der von Feindeshaß, Freundesliebe, Eigenlob und Verbitterung und Verwirrtheit. Wenn einmal meine Meinung allgemeiner angenommen wird, dürfte sie auch, aus dem damit gewonnenen Gesichtspunkte heraus, zu einer brauchbaren festeren Gliederung der Menschheitsrassen führen. Ich meine: Die jüdischeist unter den Rassen die zentrale Rasse, welche mit ihrer physischen Äußerlichkeit die Mitte hält zwischen den Menschheitstypen, die Verschiedenheiten aller an sich tragend und dadurch von allen verschieden; und auch hinsichtlich der Geistigkeit nimmt die jüdische Rasse eine zentrale Stellung ein und hat die stärkste Wirkung auf die übrigen Menschheitsrassen atisgeübt. Ich behaupte, die jüdische Rasse hält die Mitte zwischen den Rassen, behaupte nicht, sie sei die beste oder die schlechteste. Es handelt sich um Gruppierung und Verhältnis der Rassen zueinander, nicht um Bessersein oder *) Die Levijim: die Söhne Levis, die von Levi Abstammenden; die Kohanim: die Söhne Aarons, der ebenfalls Levit, aber im besonderen Stammvater der Kohanim ist. Ursprünglich galten die Levijim den Kohanim gleich, sie waren der Priesterstamm (ohne Ackerbesitz), in späterer Zeit aber — erst recht seit Ezechiel — sind die Kohanim die eigentlichen Priester, während den Levijim nur die untergeordneten priesterlichen Leistungen und Hilfsverrichtun^en zustehen.