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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 4 · p. 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 4
Article
Hechaluz, die neue Pionierbewegung
Date
1917-01-01
Page
227 (sequence 5)
Language
German
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Hechaluz, die neue Pionierbewegung 227 Wir wissen wohl, daß nicht der Pionier, sondern allein die Volksmasse, eine große Menschenwanderung ein Land aufbauen kann. Die Pioniere aber sind jenes Element, das für die breite Einwanderung und für die Volkskolonisation den Weg bahnt Der Pionier ist nicht nur der Herold, der Vorbote einer größeren Bewegung, er ist auch der Organisator, der Vorposten, der das ganze Lager nach sich zieht, und gerade so, wie es unmöglich wäre, daß ein Lager von einer Million Menschen in ein feindliches Territorium eindränge, bevor die kleine Vorhut die Wege ausfindig gemacht und erprobt hat, so kann auch eine friedliche Kolonisation nicht ohne ihre Vorhut und ihre Wegweiser vor sich gehen. Diese verantwortungsvolle Funktion erfüllt der Pionier mutig und freiwillig, unabhängig davon, ob mit ihm Tausende gehen oder ob er einsam und allein ist. Sogar jetzt, nahezu drei Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges kann man die politische Lage der nahen Zukunft nicht .voraussagen. Es ist wohl möglich, daß wir eine breite gesetzliche Grundlage mit sicheren völkerrechtlichen Bürgschaften für unsere Zukunft erlangen werden. Selbstverständlich wird in diesem Falle unser Aufbauprozeß viel schneller stattfinden können. Wir werden dann in einer kurzen Zeit von zehn oder fünfzehn Jahren unser Hauptproblem in Palästina grundsätzlich lösen: eine jüdische Mehrheit im Lande schaffen können. Es ist aber auch möglich, daß die weitgespannten Hoffnungen in diesem Augenblicke noch nicht verwirklicht werden — uns wird es nicht abschrecken, denn unsere Idee ist nicht die eines Augenblicks. Wenn wir schon jetzt vor einer klaren Situation stünden, würden wir uns an die Tausende und Zehntausende mit dem Rufe wenden, sich zu organisieren, um nach Erez Israel zu gehen. Vielleicht wird solch ein Augenblick bald kommen. Vorläufig aber wenden wir uns an jene von unseren Gefährten und an jene Freunde Palästinas, die unter allen Umständen der Idee getreu sind, und ihnen rufen wir im Namen der jüdischen Arbeiter in Palästina zu: Bereitet euch vor für den großen Tag der Arbeit, bereitet euch auf jeden Fall. Vielleicht werdet ihr ein Körnchen einer großen Bewegung sein. Wie es auch kommen möge, eines ist offenbar, und das sagen wir euch mit voller Gewißheit und im Gefühl der Verantwortung: Das Land braucht frische junge Kräfte, die für den großen Moment und die historische Gelegenheit bereit sein müssen. Wenn sich bei anderen Völkern Millionen finden, die ihre nationale Existenz verteidigen, müsssen sich unter uns jene Tausende von Menschen finden, die auf sich die Pflicht nehmen, ihr nationales Recht und Leben zu verwirklichen. Diese Hunderte und Tausende wollen wir auf jeden Fall vorbereiten und organisieren, damit sie gerüstet seien zur friedlichen Mobilisation für Palästina bald nach dem Kriege. Sie sind nicht die ersten, sie werden aber auch nicht die letzten Fluten unseres Meeres sein. Neuyork J. Ben-Zwi

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