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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 4 · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 4
Article
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Date
1917-01-01
Page
223 (sequence 7)
Language
German
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J. Ben-Zwi: Hechaluz, die neue Pionierbewegung 223 wird, besitzt schon heute Werte und Werke, in denen sie zusammengeschlossen sich darstellt. Dadurch ist sie aus dem Reich geistiger Vorbereitung in die Welt des Kampfes gestellt und muß den Gefahren ins Auge sehen, die diese Welt in sich trägt. Das jüdische Volk, das zur Aktivität bereit ist, wird von diesen Gefahren nicht geschreckt. Es hat den Glauben, daß es seine Aufgabe erfüllen wird, daß sein Weg nicht versperrt werden kann. Dieser Glaube gehört nicht nur in das Reich geistiger Dinge, er gehört jetzt auch schon in die Welt politischen Handelns. Berlin Leo Herrmann HECHALUZ, DIE NEUE PIONIERBEWEGUNG Über die Bestrebungen des Hechaluz, der auf die Gewinnung Palästinas durch jüdische Arbeit gerichteten Bewegung, erhalten wir von einem ihrer namhaftesten Vorkämpfer in Neuyork die nachfolgende Darlegung. Unsere Losung ,,Zurück zum Boden" ist keine neue. Die Bilu haben sie schon zu ihrer Zeit ausgesprochen. Wir meinen aber, daß jetzt der Augenblick gekommen ist, diese Losung von neuem mit erneuter Kraft auszugeben. Wir sind überzeugt, daß nur durch das Eindringen jüdischer Arbeit in die Adern der Produktion eine nationale Gemeinschaft geschaffen werden kann. Die verschiedenen politischen und juridischen Rechte und Bürgschaften, beginnend mit dem gewöhnlichen nationalen Rechte und endend bei einem Charter und einer politischen Autonomie, können den Gang dieses Siedlungs- und Aufbauprozesses nur beschleunigen und verstärken. Aber unter keinen Umständen kann dieser Prozeß mit einem Schlage in einem Augenblick verwirklicht werden, denn er bedeutet seinem Wesen nach eine tiefe Umwälzung in der gesamten Volksökonomie. Das jüdische Volk hat sich schon seit Hunderten von Jahren an das Gorsleben gewöhnt oder sich ihm angepaßt. Juden haben überall nicht für sich, sondern für andere gelebt. Die ganze materielle und sogar geistige Kultur, die sie in den Ländern der Diaspora entwickelt haben, Handel, Gewerbe, Wissenschaft usw. haben sie nicht nach ihren innerlichen Forderungen und Bedürfnissen geschaffen, sondern nach denen des fremden Erwerbers, nach dem Verlangen des fremden Konsumenten. Darüber hat sich bei den Juden der Mittelstand und das Vermittlerelement auf allen Gebieten in einer ungeheuren Proportion entwickelt, und zur selben Zeit ist das Volk ganz ohne eine landwirtschaftliche Schicht und eine Industriearbeiterklasse geblieben. Einst, in den alten Zeiten war die wirtschaftliche und soziale Struktur des jüdischen Volkes eine durchaus andere, eine gesündere und natürlichere. Das war, solange das Volk als eine selbständige Nation lebte. Damit wir wieder in unserem wirtschaftlichen und sozialen Leben selbständig werden, müssen wir die ökonomische Struktur des Volkes von Grund aus ändern, daß es ganz auf

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