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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 3 · p. 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 3
Article
Syrien als Wirtschaftsgebiet [Rezension]
Date
1917-01-01
Page
210 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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2t ö Bücherschau BUCHERSCHAU Syrien als Wirtschaftsgebiet*) So stark die Literatur über Syrien in den letzten Jahrzehnten auch angeschwollen ist, und so vortreffliche wissenschaftliche Arbeiten auch in einzelnen Wissensgebieten über dieses Land erschienen sind, so wenig Brauchbares ist in Bezug auf die Wirtschaft Syriens gefördert worden. Niemand hat sich bisher die Mühe gegeben, das zwar sehr zerstreute und meist auch wenig zuverlässige, aber immerhin doch vorhandene und teilweise auch in leicht zugänglichen Konsularberichten niedergelegte Material zu sammeln und zu einer einheitlichen Darstellung zu verarbeiten. Größtenteils war man daher noch auf alte Werke wie „Syrie, Liban et Palestine" von Cuinet, Paris 1896, sowie: Les Puissances Etrangeres dans le Levant, en Syrie et Palestine, von Verney et Dambmann, Paris 1900, angewiesen, deren Material gänzlich veraltet ist und deren Methoden den Anforderungen der Neuzeit nicht mehr entsprechen. Es ist ein großes Verdienst Dr. Ruppins, hierin Wandel geschafft zu haben, indem er seine reichen Erfahrungen, die er während einer fast zehnjährigen Tätigkeit im Dienste des zionistischen Kolonisationswerkes in Palästina erworben hat, in einem größeren Werke mit den Ergebnissen besonders zu diesem Zweck angestellter Studienreisen zu einem abgerundeten Buche über die Volkswirtschaft Syriens vereinigte. Er wurde hierbei nicht nur von Djemal Pascha, dem Oberstkommandierenden der syrischen Armee, und auf dessen Wunsch auch von der türkischen Beamtenschaft unterstützt, unter anderem auch von dem Gewerbeinspektor für Landwirtschaft sowie dem Direktor der Tabakregie, sondern in gleicher Weise auch von den während des Krieges in Syrien noch verbliebenen Konsuln, sowie von zahlreichen eingesessenen und kenntnisreichen Privatpersonen, Bankdirektoren, Ingenieuren, Agronomen, Kaufleuten etc. So ist denn ein Werk zustande gekommen, *) Syrien als Wirtschaftsgebiet von Dr. A. R u p p i n. Herausgegeben vom Kolonial- Wirtschaftlichen Komitee, in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1917. 8° X und 419 S sowie eine Kartenskizze. das in neun Abschnitten eine erschöpfende sowie durch zahlreiche Tabellen und statistische Angaben erläuterte Darstellung der gesamten Volkswirtschaft Syriens gibt, und zwar werden nacheinander geschildert: das Land und seine Bewohner, der wirtschaftliche Aufbau des Landes und der Gesamtwert seiner Gütererzeugung, die Landwirtschaft, die übrigen Zweige der Urproduktion, die Industrie, der Handel, die Verkehrswege und das Transportwesen, die Lebenshaltung in Dorf und Stadt sowie die wirtschaftliche Zukunft Syriens. Im Anhang rinden sich Tabellen über Oberfläche, landwirtschaftlich benutzte Fläche und Bevölkerung aller türkischen Provinzen, der in Syrien gebräuchlichen Maße, Gewichte, Münzen und Jahreszahlen, Ergebnisse der Oschersteuer in Syrien sowie die syrische Einfuhr und Ausfuhr nach Warengattungen, ferner eine Anzahl Vorschläge zur Hebung der syrischen Landwirtschaft. Letztere sind teils rechtlicher oder finanzpolitischer, teils administrativer oder technischer Natur; Ruppin verlangt vor allem als dringend nötig die Reform der Oschergesetzgebung, die Abschaffung der Beschränkung des Grundstückeigentümers in der freien Verfügung über sein Grundstück, sowie die baldige Durchführung der Bestimmungen des neuen Katastergesetzes vom 5. Februar 1328 (1912/13); ferner empfiehlt er die Ausdehnung des landwirtschaftlichen Kreditwesens, den Erlaß eines Ameliorationsgesetzes zur Vermehrung der landwirtschaftlich benutzbaren Fläche, sowie die Förderung der Viehhaltung; er hält außerdem für ratsam die Errichtung von Lagerhäusern und Verbesserung des Fruchtversandes sowie die Gründung einer Syrischen Landwirtschaftlichen Gesellschaft. Alle diese Fragen interessieren natürlich auch in hervorragendem Maße uns Juden, auf ihrer zweckmäßigen Lösung beruht schließlich das Gedeihen der jüdischen Kolonisation ebenso wie das der übrigen Bewohner Syriens, und die meisten dieser Forderungen finden sich daher auch schon seit Jahren in der gesamten zionistischen Literatur, soweit sie palästinensische Wirtschaftsfragen betrifft. Wenn es auch den jüdischen Kolonien möglich war, in Überwindung all der rechtlichen und technischen Hindernisse

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