Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1917-03-01 · Heft 12 (März 1917) · p. 834

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 12 (März 1917)
Article
Jüdische Volkslieder
Date
1917-03-01
Page
834 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3101111-3101112-8875897-3101701--1159-3101781
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

834 Arno Nadel: JUDISCHE VOLKSLIEDER Liebeslieder 4. (Letzte Folge) ir lassen nun eine Anzahl Liebeslieder mit allerlei Motiven folgen. Die nötigen Bemerkungen schließen sich an. Eine Reihe „Liebesromane", Romane, Liebesschicksale in Volksliedern versprechen wir als Nachtrag für später. Falschheit. Mit daine sissenke Reidelach Hostu mir zu sich zugezeigen, Un haint lachstu vun mir aus, Un du willst schoin mit mir gor nit reiden! Deriber bin ich varändert geworen, Main Gesicht hot a Faier varbrennt; Main Nomen hob ich ongeworen, Vun die Zait wos ich hob dich derkennt. Bai maine Eltern bin ich Thaier gewesen, Asei wie die Eigen in Kop; Un haint hostu mir varschmodert, Asei wie a leimenem Top. Main Gesicht hot a Faier varbrennt, Vun maine Eigen thut es regenen; Oi un weih is zu mir, Ich wel sich mit dir opgesegenen! (Übertragung:) Mit deinen süßen Reden Hast du mich zu dir gezogen, Und heute lachst du mich aus Und willst schon nicht mit mir reden. Darüber bin ich verändert worden, Mein Gesicht hat ein Feuer verbrannt. Meinen Namen hab ich verloren Seit der Zeit, da ich dich erkannt. Meinen Eltern bin ich teuer gewesen, So wie die Augen im Kopf, Und nun hast du mich vergeudet, Wie einen tönernen Topf. Mein Gesicht hat ein Feuer verbrannt, Meine Augen regnen vor Leiden. Ach und weh ist mir, Ich werde von dir scheiden. Ginsburg und Marek Nr. 195. — Zweite Strophe, letzte Zeile; gemeint ist: seitdem ich dich kennen gelernt habe. Abschied. (Übertragung:) Welche Meidele Ein Mädchen, Spielt a Liebe, Das eine Liebe mag spielen, Spielt sie doch aus ihre Farben; Sie spielt wohl aus ihre Farben. Un as sie liebt ihm Und liebt sie ihn, Un er ihr gor nit, Und er sie nicht, Do mus sie doch a junginke starben! Muß sie, ach, so jung noch, sterben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.