Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1916-1917)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1917)
- Article
- Jüdische Volkslieder
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 771 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Volkslieder 771 Er hat mir geschonken A Bintele Perl, Kdei main schwarz Ponim Soll klärer weren. Oi, 'ch hob gethon asa Sach etc. Marne, Marne 1 's kenn anders nit sain: Der scheininker Jingele Mus mainer saini Oi, 'ch hob gethon asa Sach etc. Wie gut un wie weihl Wollt uns gewen, Wenn mir wollten beide A Por-volk gewen! Oi, 'ch hob gethon asa Sach etc. Du host mir gegeben Seiher viel Geld, Hob nischt kain Schand, — Du host varfinstert main Welt! Oi, 'ch hob gethon asa Sach etc. 'ch hob gespielt a Liebe — 'ch hob gemaint, s' wet sain gut, Un itzt vergießt men Wie Wasser main Blut. Oi, 'ch hot gethon asa Sach etc. Gespaziert hoben mir Barg aruf un arop, Un itzt sogt mir main Marne: „Brech du dain Kop!" Oi, 'ch hob gethon asa Sach etc. 'ch hob doch getrunken Die thaierste Wain, Itzt ruft mir main Marne: „Du Chaser, du Schwain!" Oi, 'ch hob gethon asa Sach, 'ch hob gor nit betracht; 'ch hob gemeint, as 's is Tog — Zum Ssof is gor Nacht! Oi, Marne, Marne, Du binst doch gerecht: As men folgt nit kein Eltern, Kummt doch aus schlecht! Berlin. Er hat mir geschenkt Ein Schnürchen Perlen, Daß mein schwarzes Gesicht Soll klarer werden. Oi, ich hab getan eine Sach, usw. Mutter, Mutter, Es kann nicht anders sein, Der schöne, süße Junge Muß meiner sein. 0, ich hab getan eine Sach, usw. Wie gut und wie wohl War uns gewesen, Wenn wir würden beide Ein ehrliches Paar gewesen! 0, ich hab getan eine Sach, usw. Du hast mir gegeben Sehr viel Geld, Schäme dich nicht, —■ Du hast verfinstert meine Welt. 0, ich hab getan eine Sach, usw. Ich habe gespielt eine Liebe, Ich hab gemeint, es wird werden gut, Und jetzt vergießt man Wie Wasser mein Blut. 0, ich hab getan eine Sach, usw. Spaziert sind wir Den Berg hinauf und zurück, Nun sagt mir meine Mutter: Brech dir dein Genick. 0, ich hab getan eine Sach, usw« Ich hab ja getrunken Den teuersten Wein, Jetzt schilt mich die Mutter: Du Schwein, du Schwein! 0, ich hab getan eine Sach, Ich hab es nicht bedacht, Ich hab gemeint, es ist Tag, Und nun ists Nacht. 0 Mutter, Mutter, Du bist doch gerecht: Folgt man nicht den Eltern, So wird es schlecht. Arno Nadel